Auch mit kalter Luft heizen

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Es ist kalt in Deutschland, wie in jedem Januar und die Gas- und Ölheizungen laufen auf Hochtouren. Und verschlingen Unmengen an Geld und fossilen Energieträgern. Auf nimmer Wiedersehen. Auch in dieser Zeit kann man die Energie der Erde nutzen. Wie, erklären wir in unserer Serie „Wärmepumpen“. Thema heute: Luftwärmepumpen richtig einsetzen.

Luftwärmepumpen gehören mittlerweile zum Standard in Niedrigenergiehäusern. Und auch der neueste Wärmepumpentest weist den Luftwärmepumpen bei fachmännischer Planung eine gute Effizienz nach. Wie eine Luftwärmepumpe richtig eingesetzt wird, haben wir für Sie zusammengefasst.


So funktioniert die Luftwärmepumpe

Jede Luftwärmepumpe saugt Luft über einen Ventilator an und leitet diese an den sogenannten Verdampfer weiter. Da das im Verdampfer zirkulierende Kältemittel eine niedrigere Temperatur als die herangeführte Luftwärme aufweist, verdampft das Kältemittel, wird gasförmig und kann vom Verdichter dann komprimiert werden. Die jetzt kalte Luft wird dann wieder nach außen abgeführt. Da die Außenluft direkt durch den Verdampfer der Luftwärmepumpe geführt wird, kann dabei Kondenswasser entstehen, das gesondert abgeführt werden muss. Im Winter kann es daher auch zum Vereisen des Verdampfers kommen, der allerdings durch eine Umkehr des Wärmepumpenkreislaufes automatisch wieder abgetaut wird.

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Was für den Laien etwas bizar klingt ist tatsächlich so, auch bei -10 Grad Aussentemperatur kann ein Luftwärmepumpe mollig warm heizen.

Aufstellung: Garten, Keller oder Split?

Eine Luftwärmepumpe kann innen oder außen aufgestellt werden. Diese kompakten Luftwärmepumpen erzeugen direkt in der Luftwärmepumpe die entsprechend benötigte Heizwärme und leiten sie in den Wärmespeicher weiter. Wird die Wärmepumpe daher im Garten aufgestellt, müssen die Zuleitungen ins Haus im Erdreich unterhalb der Frostgrenze verlegt werden und eventuell zusätzlich gedämmt werden. Wird die Luftwärmepumpe hingegen im Keller oder Hauswirtschaftsraum aufgestellt, so müssen extra Innenluftkanäle installiert werden, die die Luftzu- und -abfuhr regeln. Neben diesen Kompaktwärmepumpen gibt es noch sogenannte Split-Geräte, deren Verdampfer außerhalb des Gebäudes die Luftwärme aufnimmt und erst im Haus in Heizwärme umgewandelt wird. Dies reduziert Wärmeverluste und spart die Lüftungskanäle.

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Auch im tiefen Winter kann die Luft der Umwelt genutzt werden. Zum heizen. Hier der Zufluss der Aussenluft in ein Luftwärme-System.

Auch Altbauten können mit Luft heizen

Luftwärmepumpen können entgegen landläufiger Meinung auch in einem Altbau mit höheren Vorlauftemperaturen im Heizsystem eingesetzt werden. Hierzu gibt es sogenannte Mittel- und Hochtemperatur-Luftwärmepumpen, die auch bei Minusgraden Heizwassertemperaturen von rund 60 °C bereitstellen können. Um noch höhere Temperaturen wirtschaftlich zu erzeugen, bieten viele Hersteller Hybrid-Wärmepumpen an, die aus einer Luftwärmepumpe und einer Gas- oder Ölheizung bestehen. Die Luftwärmepumpe sichert dann über den Großteil des Jahres die Heizwärmeversorgung, während die Öl- oder Gasheizung nur im tiefen Winter hinzu geschaltet wird. So lässt sich sowohl die Luftwärmepumpe als auch die normale Heizung energieeffizient einsetzen.

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75% der Energie ist kostenlos, denn Sie wird der Umwelt entnommen. Hier die Funktionsweise einer Luftwärmepumpe im Schema.

Attraktives Preis-Leistungsverhältnis

Moderne Luftwärmepumpen für Einfamilienhäuser gibt es als Splitvariante bereits ab Preisen von rund 6.000 Euro. Für Kompaktwärmepumpen muss für das Gerät an sich ein bisschen tiefer in die Tasche gegriffen werden. Hier geht es meist erst bei rund 10.000 Euro los. Für Montage und Zubehör müssen in der Regel weitere 4.000 Euro eingeplant werden. Somit liegen Luftwärmepumpen im Vergleich etwas über Gas- und Ölbrennwertheizungen, aber noch deutlich unter entsprechenden Erdwärmesystemen. Im laufenden Betrieb sparen Luftwärmepumpen jedoch bares Geld. Mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl von 2,5 müssen Luftwärmepumper bei einem Heizwärmebedarf von 10 kW jährlich mit nur rund 1.500 Euro Heizkosten rechnen. Für Gas und Öl sind hingegen 2.000 bis 2.500 Euro einzuplanen. Damit spielen sich die Mehrkosten bereits nach wenigen Jahren wieder ein.

Autor: Robert Doelling

Lesen Sie auch unseren Artikel zur Solar-Hybrid Wärmepumpe >>

Mehr zur Luftwärmepumpe im ARD Ratgeber Technik:

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