Ausbau der Stromnetze – Smart Grids

Neues Netz

Eines der Hauptprobleme beim Ausbau der Erneuerbaren Energien/Energiewende ist das fehlende dezentrale und intelligente Stromnetz. Unser bisheriges Netz kann als Einbahnstraße bezeichnet werden. Vom Erzeuger zum Verbraucher. Dies muss sich ändern. Mit zwei anschaulichen Info Grafiken zeigen wir, wie das Stromnetz bisher funktioniert und wie es funktionieren sollte.


3/4 unserer Strom-Energie wird von Großerzeugern produziert. Atomkraftwerke, Gas- und Kohlekraftwerke. Speisen die ihren Strom in das Stromnetz ein und decken damit den gerade benötigten Bedarf an Energie ab, so schauen die Erneuerbaren in die „Röhre“.

Die Windanlagen vor der Küste Norddeutschland laufen leer, da das Netz den Strom nicht aufnehmen kann. Oder gar: der Windstrom muss nach Holland verschenkt werden, oder gar dafür gezahlt werden, das Holland uns den Strom abnimmt. Welch‘ Schildbürgerstreich. Die Folge ist: der Windstrom aus der Nordsee wird unbezahlbar.

Der zweite vor dem ersten Schritt

Was lief falsch? Es wurde der zweite Schritt vor dem ersten getan. Unter lautem politischen Getöse wechselnder Umwelt-, Wirtschafts- und sonstwie Minister wurden die Windpark vor unserer Nordseeküste ausgebaut. Um anschließend festzustellen, dass das Netz den Windstrom garnicht aufnehmen kann, weil es dafür nicht geeignet ist. Schön, wenn man nicht für sein Tun verantwortlich ist.

Altes Netz
INFOGRAFIK: So funktioniert unser Stromnetz bisher. Großerzeuger speisen ins Netz ein und „verstopfen“ so die Strom-Autobahn. Für Erneuerbare ist kein Platz mehr (zum vergrößern auf das Bild klicken).

Smart Grid: Das Netz muss mitdenken

Was ist zu verändern? Das Stromnetz steht vor der größten Umwälzung seiner Geschichte. Es muss intelligenter werden, um die Energie aus dezentraler Erzeugung und Erneuerbaren Energien aufzunehmen. Bisher kannte die Leitung nur eine Richtung: vom Erzeuger zum Verbraucher. Doch künftig muss das Netz immer mehr Strom aufnehmen, den Wind, Sonne oder vielleicht Biomasse beisteuern.

verkehrsschild
So müssen Sie sich unser derzeitiges Stromnetz vorstellen. Eine Einbahnstrasse vom Erzeuger zum Verbraucher. Es fehlt die Möglichkeit Erneuerbare Energien aufzunehmen, geschweige denn zu speichern.

Aus Verbrauchern können Energieproduzenten werden, die Strom ins Netz einspeisen. Die Strommengen auszugleichen – in Spitzenzeiten Kraftwerke herauf- und bei geringer Nachfrage wieder herunterzufahren – wird künftig nicht mehr ausreichen. Stromspeicher können helfen, Überschüsse aufzunehmen und Versorgungsengpässe zu schließen.

Doch hier steht die Entwicklung erst am Anfang. Pumpspeicher-Kraftwerke sind bisher noch die einzige Möglichkeit, große Mengen an Strom wirtschaftlich zu speichern.

Neues Netz
INFOGRAFIK: So muss das Netz in Zukunft funktionieren. Dezentral und intelligent – ausserdem müssen Stromspeicher eine wichtige Rolle im Netz spielen. Denn Erneuerbare Energien schwanken (zum vergrößern auf das Bild klicken).

Eine andere Möglichkeit ist, die Nachfrage dem Angebot anzupassen. Strom dann zu nutzen, wenn die Sonne lange scheint oder der Wind besonders kräftig weht. Um das zu organisieren, muss das Netz intelligent und damit zum Smart Grid werden.

Was heisst das konkret? Es bedeutet, Parallel zum Stromnetz muss ein Datennetz entstehen, das Erzeugung, Verteilung und Speicherung von Energie steuert. Es kann viele dezentrale Erzeugungsanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenfassen. Zusammen mit intelligenter Technik kann es beispielsweise Elektrofahrzeuge dann laden, wenn gerade viel Energie zur Verfügung steht. Oder Wäsche waschen, wenn der Strom am billigsten ist.

Sehen Sie auch unser Video zum intelligenten Stromnetz in Wildpoltsried im Allgäu. Ein Test- und Pilot-Projekt:

Quelle der Infografiken: http://wissenswerte.e-politik.de

Mehr zum Thema Smart-Grids finden Sie hier: Das Internet der Energie >>

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