Das sauberste Erdgaskraftwerk der Welt

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Power to Gas – das wohl sauberste Erdgaskraftwerk der Welt. Power to Gas gilt als eine der vielversprechendsten Methoden, um überschüssigen Ökostrom dauerhaft zu speichern. Vielleicht. Denn bisher gibt es kaum Möglichkeiten, um in Deutschland Wind- und Sonnenstrom im großen Stil zu speichern. Das heisst: in der Praxis ist die Idee noch nicht angekommen. Forscher des GeoForschungsZentrums Potsdam denken nun größer und planen riesige unterirdische Erdgas-Speicher.


Künstlich angelegte unterirdische Lagerstätten von Kohlendioxid sollen künftig zur Keimzelle von Speichern für überschüssigen Wind- und Solarstrom werden. Mit diesem Plan haben sich die Experten des Potsdamer GeoForschungsZentrums (GFZ) zu Wort gemeldet.

Die Forscher sehen darin eine Weiterentwicklung der Power-to-Gas-Technologie. Sie wollen mit überschüssigem Ökostrom in einem ersten Schritt wie bisher per Elektrolyse Wasser in Wasser- und Sauerstoff zerlegen. Mit Hilfe eines Katalysators werden dann Wasserstoff und Kohlendioxid in synthetische Erdgas – also Methan – verwandelt. Das CO2 wollen die Forscher aus einem unterirdischen Speicher beziehen, den sie zuvor mit CO2 aus einem Kraftwerk gefüllt haben.

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CO2 und Methan soll in unterirdischen Speichern gelagert werden, um jederzeit Schwankungen der Erneuerbaren Energien ausgleichen zu können.

Als Klimagas im Netz

Das dabei entstandene Gas kann in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden oder als Treibstoff für Fahrzeuge, zum Betreiben vor Heizungen oder in Gaskraftwerken zur Stromerzeugung genutzt werden. So als wäre nichts gewesen, denn die Infrastruktur hierfür ist vorhanden. Der Verbraucher merkt es also gar nicht.

Das erste Kraftwerk seiner Art weltweit

Das Neue an der Idee der GFZ-Forscher, das entstehende Erdgas soll in einem Gas- und Dampf-Kraftwerk (GuD) zur Stromerzeugung verbrannt werden, das direkt über dem Kohlendioxidlager steht. Aus den Rauchgasen im Kraftwerk soll das CO2 wiederum abgetrennt und erneut in den Untergrund gepresst werden. Weil es immer wieder genutzt wird handelt es sich hier um einen geschlossenen Kreislauf.

Das CO2 wird dauerhaft der Umwelt entzogen. Die Power-to-Gas-Technik arbeitet also völlig CO2-frei. Es wäre das erste Kraftwerk seiner Art weltweit. Allerdings könnten immer noch kleine Menge des Klimagases durch den Filter im Kraftwerk schlüpfen – sonderlich relevant wären sie für die Schadstoffbilanz allerdings nicht.

Noch sind entsprechende Filteranlagen aufwendig im Betrieb und daher teuer.

Patent erteilt, die Forscher wollen loslegen

Die GFZ-Forscher bringen ihre Erfahrungen mit der unterirdischen Endlagerung von CO2 in das Projekt ein. In Ketzin, rund 40 Kilometer westlich von Berlin, testen sie seit zehn Jahren einen solchen Erdspeicher. Auf einer Fläche von drei mal drei Kilometern lagern dort rund 16.000 Tonnen CO2 in Sandsteinschichten 600 Meter unter der Erdoberfläche.

Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover bietet der Untergrund Deutschlands Platz für bis zu 12,8 Milliarden Tonnen CO2 aus Kraftwerksabgasen, 15 Mal mehr als die gesamten Jahresemissionen Deutschlands. Nur ein Bruchteil davon würde benötigt, um Wind- und Solarstrom zu Puffern.

Die Wissenschaftler aus Potsdam hoffen nun, dass ihre mittlerweile patentierte Idee von den Energieversorgern aufgegriffen und ein erstes Pilotprojekt finanziert wird.

Mehr zum Thema auf der Website der GFZ >>

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