Dezentralen Energiewende dank Quartierspeicher

Quartierspeicher als Zukunft der dezentralen Energiewende Deutschland. Viele können sich wahrscheinlich unter dem Namen Strombank besser etwas vorstellen. Ein Quartierspeicher, oder auch Strombank, ist eine zentrale dezentrale Strombatterie in die mehrere PV-Anlagen ihren überschüssigen Solarstrom einspeisen und bei Bedarf wieder verbrauchen können. Ein Girokonto der erneuerbaren Energien.


Die Strombank: Das Girokonto für erneuerbare Energie

Für die Wege des Geldes in unserer Wirtschaft sind Banken von besonderer Bedeutung: Sie sammeln das Geld der Sparer ein und verleihen das Geld wieder an Investoren. Dieses Modell dient als Vorbild für das Forschungsprojekt „Strombank“, das seit 2014 in Mannheim getestet wird. Am Projekt beteiligt sind der Batteriehersteller ads-tec (Nürtingen), der Mannheimer Netzbetreiber Netrion sowie das Institut für Photovoltaik an der Universität Stuttgart.

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Die Quartierspeicher Strombank in Mannheim wird auch als Girokonto für erneuerbare Energien bezeichnet. Ein bildhafter Name. Man zahlt Strom ein und jederzeit wieder aus. ( Foto: ads-tec GmbH )

Speicherung von Strom vor Ort

Wenn der Strom aus Sonne und Wind am Ort der Erzeugung auch verbraucht werden kann, entlastet das die Stromnetze und verhindert Verluste. Weil Strom aber nicht immer dann auch gebraucht wird, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, bietet sich eine Speicherung des Stroms vor Ort an.

Ein solcher Speicher ist der „Tresor“ der Strombank. Hier wird zentral der Stromüberschuss aus den Teilnehmerhaushalten gespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz eingespeist.

Jederzeit Zugriff auf „mein“ Stromkonto

Seit Dezember 2014 läuft in Mannheim der Praxistest, an dem 14 Haushalte und vier Gewerbebetriebe beteiligt sind. Er ist auf zwölf Monate angesetzt.

Teilnehmer und Speicher sind per Internet in einer „Energy Cloud“ miteinander verbunden, so dass jeder Teilnehmer zu jeder Zeit Zugriff auf seine eigenen Erzeugungs- und Verbrauchsdaten sowie zu „seinem“ Stromkonto hat.

In den Speicher speisen insgesamt 16 PV-Anlagen und drei BHKWs ein. Die BHKWs sind wärmegeführt und produzieren relativ gleichmäßig Wärme und Strom. Der BHKW-Strom wird tagsüber weitestgehend eigenverbraucht, eingespeichert wird in der Nacht. Am nächsten Tag wird der gespeicherte Strom komplett aufgebraucht. Viele der Teilnehmer sind tagsüber außer Haus, so dass nur eine geringe Grundlast anfällt. Damit wird ein großer Teil des von den Photovoltaik-Anlagen produzierten Stroms eingespeichert.

„Mit der Strombank ist Strom plötzlich greif- und erfassbar – vergleichbar mit unserem Geld auf dem privaten Bankkonto. Die Menge des selbst erzeugten Stroms, die eigenen Verbrauchsdaten sowie die Strommenge, die in der Batterie gespeichert wird und später wieder nutzbar ist, werden so visualisierbar und nachvollziehbar“, sagt Thomas Speidel, Geschäftsführer von ADS-TEC.

Solche Quartierspeicher können ein wichtiger Beitrag zur dezentralen Energiewende werden. Der Strom wird lokal gespeichert, gehandelt und verbraucht.

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