Die Kraft des Drachen nutzen

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Drachen haben etwas mystisches, kraftvolles, unbesiegbares. So ist es auch nicht verwunderlich, das viele der Meinung sind, sie seien herkömmlichen Windrädern deutlich überlegen. Sie seien preiswerter als Windräder, zudem effizienter und leiser, zumindest wenn es darum geht Energie aus Windkraft zu erzeugen. Das ist die Meinung von inzwischen rund 20 Unternehmen, die weltweit an sogenannten Energiedrachen zur Stromerzeugung arbeiten. Mit verblüffenden Ergebnissen.


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Die Kraft des Drachen auf ganz neue Art nutzen, das soll mit Flugdrachen zur Energiegewinnung gelingen.

In 800 Metern weht mehr Wind

Hoch oben am Himmel entsteht harte Konkurrenz für unsere geliebten und gehassten Windräder auf der Erde. Weltweit arbeiten schon rund 20 Unternehmen an sogenannten Energiedrachen zur Stromerzeugung. In Höhen von 100 bis 800 Metern pendeln die Kites im Wind. Ihre Bewegungsenergie treibt über Seile einen Stromgenerator am Boden an.

Startups wie NTS aus Berlin versprechen sich von der Technologie viele Vorteile: Die Kitesysteme sind weniger materialaufwendig und daher kostengünstiger herzustellen als Windräder. Zudem sind sie effizienter, da der Wind in großen Höhen stärker und stetiger weht als in Bodennähe.

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Gleitschirme erzeugen Elektrizität auf neue Weise. Sie sind preiswerter als Windräder, zudem effizienter und leiser.

Drachen aus dem Drachenladen

Derzeit kommen bei den Pilotprojekten noch Drachen aus dem Fachhandel zum Einsatz, wie sie Kitesurfer verwenden. Für die Zukunft setzen die Unternehmen aber auf maßgeschneiderte Eigenentwicklungen. Das Hamburger Unternehmen Skysails will die fliegenden Kraftwerke sogar erstmals über dem Meer aufsteigen lassen.

Und so funktionieren die Drachen-Kraftwerke: Eine Basisstation mit Seiltrommel und Stromgenerator ist über Stahlkabel im Meeresboden verankert. Wenn der Kite startet, rollt er das Seil ab, das sich auf der Trommel befindet. Sie treibt den Generator an. Da der Kite beim Einholen dem Wind kaum Widerstand entgegensetzt, verbraucht die Anlage in dieser Phase weit weniger Strom, als der Drache zuvor beim Aufsteigen erzeugt hat.

Kombiniert eine Großanlage mehrere Windgeneratoren dieser Art, produziert sie kontinuierlich Strom. Bei einem schweren Sturm werden die Drachen automatisch eingeholt.

Kinderdrachen
Nicht viel anders als Kinder-Drachen – so sollen die Windparks der Zukunft funktionieren.

In seiner Wismarer Fabrik an der Ostsee hat Skysails einen Prototyp des Windkraftwerks schon gebaut und erfolgreich getestet. Er leistete allerdings nur bescheidene 55 Kilowatt. Probeläufe auf dem Meer sollen folgen. Am liebsten mit einer Ein-Megawatt-Versuchsanlage, deren Bau die Hanseaten derzeit planen.

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London Array in der Themse-Mündung ist mit 630 Megawatt der derzeit größte Windpark der Welt.

Der größte Windpark der Welt

Der bisher größte Windpark der Welt, London Array, steht vor der Themse-Mündung in England: Mit einer Gesamtleistung von 630 Megawatt versorgt er rund eine halbe Million Haushalte mit sauberem Strom. Die 175 Turbinen stammen von Siemens. Eigner des 1,75 Milliarden Euro teuren Kraftwerks ist neben Dong Energy auch E.On. Laut Siemens werden durch den Windpark pro Jahr 900 000 Tonnen CO2 eingespart.

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