Die Wärmepumpe – vom Kühlschrank gelernt

Die meisten Menschen wissen ungefähr wie ein Kühlschrank funktioniert. Doch die wenigsten, wie eine Wärmepumpe funktioniert. Dabei ist das Prinzip der Wärmepumpe einfach nur die Umkehrung des Kühlschranks. Der Fachmann unterscheidet zwischen drei verschiedenen Arten von Wärmepumpen. Der Erdwärmepumpe, der Wasserwärmepumpe und der Luftwärmepumpe. Wir erklären, wie die einzelnen Arten funktionieren und welche die beste für ihr Zuhause ist.

Unsere Erde – ein riesiger Wärmespeicher

Geothermie, Hydrothermie und Aerothermie. Allen drei Arten von Wärmepumpen ist gemein, das der Natur Wärme entzogen und dem Heizkreislauf des Hauses zugeführt wird.

Das Prinzip einer Wärmepumpe ist extrem einfach. Die der Erde entzogene Wärme wird in einer Verdichter-Einheit komprimiert und dadurch auf ein höheres Wärmelevel gehoben. Wie beim Kompressor eines Autos ist hierzu Energie nötig. Für den Einsatz einer Einheit Energie erhält man allerdings drei Einheiten zurück. Ein sehr guter Tausch.

Um das Prinzip Wärmepumpe zu verstehen sehen Sie auch unseren Film zum Thema >>

Drei Elemente — vier Wärmepumpen. Für jedes Haus die optimale Technik

1. Erdwärmepumpe (Sonde)

Erdwärmepumpen nutzen Geothermie. Variante 1 arbeitet mit einer Sonde, die senkrecht in der Erde steckt. Die Tiefe der Sonde hängt vom Wärmebedarf des Hauses und von der Beschaffenheit des Bodens ab.

2. Erdwärmepumpe (Flächenkollektor)

Variante 2 der Erdwärmepumpen nutzt einen Flächenkollektor, der in etwa 1 bis 1,5 Metern Tiefe waagerecht verlegt wird. Dabei darf die benötigte Fläche nicht versiegelt oder bebaut werden.

3. Grundwasserwärmepumpe

Wenn Grundwasser in ausreichender Menge, Qualität und mäßiger Tiefe vorhanden ist, pumpt man über einen Förderbrunnen das Wasser nach oben, die Wärmepumpe entzieht einen Teil der Wärme und das Wasser wird über den Schluckbrunnen wieder in das Grundwasser geleitet.

4. Luft/Wasser-Wärmepumpe

Luft / Wasser-Wärmepumpen nutzen auf effiziente Weise die Außenluft, wobei die Anlage sowohl im Haus als auch außen im Garten aufgestellt werden kann. Dabei ist die Installation äußerst einfach und die Anschaffungskosten sind sehr gering.

Effizienz plus Erneuerbar – so geht das

Mehr als die Hälfte des gesamten deutschen Energieverbrauchs dient der Wärmeproduktion. 40 Prozent des CO2-Ausstoßes stammen aus diesem Bereich. Davon entfallen allein zwei Drittel auf Heizung und Warmwasserbereitung. Gleichzeitig sind nur etwa 13 Prozent der Heizungen in Deutschland auf dem Stand der Technik: Systeme, die Effizienz und Erneuerbare Energien verbinden.

Deutschland importiert zu über 74 Prozent seine Energierohstoffe — zum Teil aus politisch unsicheren Regionen. Die Heizkosten sind in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen und sie werden weiter steigen. Jetzt macht sich die Investition in ein energieeffizientes Heizsystem bezahlt. Kostenfreie Umweltwärme ist unendlich verfügbar und unabhängig von Energieimporten. Wärmepumpen werden immer effizienter und der Strom wird immer sauberer.


Das Prinzip eines Kühlschranks – nur umgekehrt. So funktioniert eine Wärmepumpe.

Wärmepumpen für das Klima

Klimawandel und schrumpfende Energieressourcen — zwei Themen, die nachhaltige Lösungen fordern. Die Privathaushalte sind die größten Energieverbraucher in Deutschland. Durch die Erzeugung von Raumwärme mit den endlichen Ressourcen Gas, Öl und Kohle werden nicht nur diese Ressourcen verbraucht, sondern große Mengen des Treibhausgases CO2 freigesetzt. Die Nutzung von Umweltwärme durch Wärmepumpen hat keine negativen Folgen für die Umwelt und erfolgt nahezu unsichtbar und geräuschlos.

CO2-Emmission minus 40%

Ein Einfamilienhaus mit einem Heizölverbrauch von etwa 3.000 l/Jahr erzeugt CO2- Emissionen von etwa 9.000 kg/Jahr. Wird eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4 eingebaut, so reduzieren sich die CO2-Emissionen beim Heizen um bis zu 40 Prozent. Wenn Sie grünen Strom für Ihre Wärmepumpe einsetzen, heizen Sie sogar nahezu CO2-neutral.

Perfekt auch für den Altbau

Der Einbau einer effizienten Wärmepumpenheizung kann im Altbau den Energieverbrauch deutlich senken. In der Regel kann man auch die Heizkörper weiterverwenden. Entgegen einem häufigen Vorurteil ist es nicht nötig, generell auf eine Fußbodenheizung umzusteigen.

Die durchschnittlichen Investitionskosten unterscheiden sich je nach Typ der Wärmepumpe. Luft /Wasser-Wärmepumpen kosten im Schnitt rund 15.000 €, Sole /Wasser-Wärmepumpen und Wasser/ Wasser-Wärmepumpen ca. 19.000 €. Das sind allerdings nur Durchschnittswerte. Die Preise unterscheiden sich nach den Bedingungen vor Ort und dem Wärmebedarf des Gebäudes.

Wir empfehlen Ihnen, sich umfassend beraten zu lassen: Sie werden staunen, wie effizient, klimaschonend und kostengünstig Ihr Altbau in Zukunft beheizt werden kann.

Eine Liste spezialisierter Installateure finden Sie unter www.waermepumpe.de

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Comments

  1. Ich habe in Kärnten ein Haus mit 5 Wohnungen und ein Grundstück von ca. 2000 m2. Bei dem Haus muss ich wohl wegen Wassereintrittes bei sehr starkem Regen (kommt immer häufiger vor) den Keller von aussen abdichten. Nachdem man eh um das Haus herum aufgraben würde, könnte man doch dann auch gleich eine Eisspeicherheizung in die Erde setzen, die meinen Ölofen dann unterstützt oder eventuell ganz ersetzt. Ginge das? Die gesamte Wohnfläche ist ca 350m2. Kann man bei dem Eisspeicher nicht ein Fiberglasrohr verwenden? Das wär flexibel und ev. auch preislich günstiger (vermutlich?). Kann ich irgendwie auch das Regenwasser aus der Dachrinne nutzbringend verwenden? Ich denke, hje mehr Wasser da in den Boden reinsickert, desto feuchter wird der Keller…
    Würde mich über Tipps freuen! Liebe Gruesse aus Wien, Walter Niedermayer

  2. Hallo Herr Niedermayer,
    Sie sollten sich zunächst einmal um einen ordentlichen Pufferspeicher Gedanken machen, der die erzeugte Wärme speichert: http://www.energy-mag.com/der-optimale-schichtspeicher/
    Der Pufferspeicher kann dann mit einer Kombination aus z.B. Solarthermie & Erdwärme befüllt werden http://www.energy-mag.com/in-zukunft-solar-hybrid/
    Was für Sie die effizienteste Lösung ist kann nur ein qualifizierter Heizungsbauer vor Ort entscheiden – hier sind die Voraussetzungen von Objekt zu Objekt zu unterschiedlich. Der Strompreis spielt hier eine wichtige Rolle.
    Auch über Förderprogramme des Staates kann ein guter Heizungsbauer Sie informieren z.B. staatlich subventionierte Kredite … es sollte möglich sein ihre bisherige Ölheizung ganz zu ersetzen (technologisch ist es das in jedem Falle).
    Viele Grüße

    • in response to tom2134:

      Hallo lieber tom2134!
      Danke für Ihre Tipps! Ich hätte eher an einen großen Eisspeicher gedacht, eher ohne Solarthermie am Dach. Diese Solarthermie ist mir noch zu anfällig. Zu den Heizungsbauern vor Ort hab ich wenig Vertrauen. Haben Sie bitte noch einen Tipp, wer große Eisspeicher (ca 35.000 Liter) macht?

      mit freundlichen Gruessen

      > Hallo Herr Niedermayer,
      > Sie sollten sich zunächst einmal um einen ordentlichen Pufferspeicher Gedanken machen, der die erzeugte Wärme speichert: http://www.energy-mag.com/der-optimale-schichtspeicher/
      > Der Pufferspeicher kann dann mit einer Kombination aus z.B. Solarthermie & Erdwärme befüllt werden http://www.energy-mag.com/in-zukunft-solar-hybrid/
      >
      > Was für Sie die effizienteste Lösung ist kann nur ein qualifizierter Heizungsbauer vor Ort entscheiden – hier sind die Voraussetzungen von Objekt zu Objekt zu unterschiedlich. Der Strompreis spielt hier eine wichtige Rolle.
      > Auch über Förderprogramme des Staates kann ein guter Heizungsbauer Sie informieren z.B. staatlich subventionierte Kredite … es sollte möglich sein ihre bisherige Ölheizung ganz zu ersetzen (technologisch ist es das in jedem Falle).
      > Viele Grüße

  3. Hallo Herr Niedermayer,
    Solarthermie ist nicht anfällig, eine sehr erprobte, zuverlässige Art der Wärmeerzeugung; Und die Zukunft. Sie ist nur leider nicht immer verfügbar, deshalb brauchen Sie einen Pufferspeicher,
    Mit den Handwerkern haben Sie sicherlich Recht. Aber es gibt auch gute Heizungsbauer, gerade Junge die sich auf das Thema Erneuerbare spezialisiert haben.
    Zur Eisspeicher Heizung gibt es hier einige Infos: http://www.energy-mag.com/weltgroste-eisspeicher-heizung-in-dusseldorf/
    Gruss

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