Energy Bags – Energiespeicher der Zukunft

Neue Riesen-Unterwasser-Beutel können Energie speichern. Seit vielen Jahren schon träumt Professor Seamus Garvey von einer Lösung um Energie langfristig zu speichern. Die Speicherung von großen Mengen Energie, um sie wann immer man sie braucht abzurufen, ist eines der größten noch ungelösten Probleme. Die neuen sogenannten Energy Bags werden unter der Leitung des Professors und von dem Unternehmen Thin Red Line Aerospace hergestellt.

Sie sollen auf dem Meer, unterhalb von Offshore-Windkraftanlagen, Energie langfristig speichern und diese bei Bedarf wieder abgeben. Die praktischen Unterwasser-Beutel funktionieren dabei nach einem ganz einfachen Prinzip.

Die Energy Bags kann man sich vereinfacht als Riesen-Unterwasser-Beutel vorstellen, die über einen Schlauch mit einer beliebigen Windkraftanlage auf dem Meer verbunden sind. Die Windkraftanlage produziert Strom, wenn der Wind weht. Weht er nicht, produziert sie auch keinen Strom.

Während die Windanlage arbeitet werden die Unterwasser-Beutel mit Luft befüllt. Das Wasser, dass die Energy Bags in knapp 600 Metern Tiefe umgibt wirkt dabei als kostenloser Druckbehälter. So müssen die Energy Bags nicht aus dicken schweren teuren Materialien, wie zum Beispiel Stahl bestehen, um dem hohen Luftdruck zu widerstehen, sondern können aus leichten Materialien hergestellt werden.


Energy Bags – Unterwasser dienen sie als Energiespeicher

70 Megawatt pro Ballon möglich

Das Speicherpotenzial ist dabei durchaus beachtlich. Laut Projektleiter Seamus Garvey könnte ein Ballon Druckluft mit einer Wertigkeit von 70 Megawattstunden aufnehmen, was dem Betrieb einer Großturbine über 14 Stunden entspricht. Nach ersten Labortests laufen nun Versuche vor den schottischen Orkney-Inseln, um die Idee unter Realbedingungen auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Bis zu 60 Atmosphären Druck

Sobald der gewünschte Luftdruck in einem Energy Bag erreicht ist, schließt sich das Ventil computergesteuert. In Kombination mit neuartigen Wind- und Wellenkonvertern sollen die Speicher mit bis zu 60 Atmosphären Druck befüllt werden können. Ein zusätzlicher, schwerer Stahl-Beutel hält die Tasche unter Wasser, damit sie nicht aufsteigt. Sobald nun Windstille herrscht und Energie benötigt wird, werden die Ventile der Energy Bags nach und nach geöffnet und die ausströmende Luft gelangt in einen Generator der Strom erzeugt.


Wenn der Wind steht, schlägt die Stunde der Energy Bags

600 Meter tief und 16 Meter Durchmesser

Ein Energy Bag, in einer Tiefe von 600 Metern und einem Durchmesser von ca 16 Metern, hat ein Speichervolumen von ca. 70 Megawattstunden. Ungefähr die gleiche Menge, die eine Windkraftanlage binnen 14 Stunden auf dem Meer im Durchschnitt erzeugt. Ein einziger Beutel kann also den Ausfall einer Windkraftanlage für 14 Stunden komplett kompensieren. Ein beachtlicher Wert.

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Comments

  1. Hallo zusammen,
    das ist echt klasse. So viele gute Ideen und Ansätze sind selten auf einem Haufen zu finden. Schade nur, dass mir oft die Zeit fehlt die doch so interessanten Themen wirklich umzusetzen… aber wir arbeiten daran.
    MFG
    J. Luckwaldt

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