Erst im Jahr 2150 komplett regenerative Energie

Energiewende Deutschland: Alamierende Zahlen. Laut einer Studie der Berliner HTW erst im Jahr 2150 komplett erneuerbare Energien. Eigentlich sollte die Energiewende in Deutschland bis zum Jahr 2022 schon sehr weit vorangeschritten sein und mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) will die Bundesregierung die Ziele des Pariser Klimagipfels erreichen. Doch bei dem bisherigen Ausbaufortschritt, müssen wir laut einer Studie der Berliner HTW auf das Jahr 2150 warten, bis Deutschland komplett auf erneuerbare Energien umgestellt hat.

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Richtig gelesen 2 – 1 – 5 – 0. Dass die Umsetzung der Klimawende nicht ohne Anstrengungen vonstatten gehen wird, ist keine Neuigkeit. Ausgehend von dem Ausbaufortschritt der Energiesysteme für erneuerbare Energien von den Jahren 2000 bis 2015 hat Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in einer Studie nachgerechnet, wie lange es dauern würde, bis Deutschland seine Energie zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen bezieht. Er kommt auf das Jahr 2150.

Ausstieg aus der Kohle gefordert

Um aber die Ziele des Pariser Klimaabkommens (Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 2 Grad beziehungsweise 1,5 Grad) einzuhalten, muss nach Quaschnings Berechnungen die gesamte Energieversorgung bis zum Jahr 2040 auf erneuerbaren Energien fußen und damit kein Kohlendioxid mehr aus fossilen Energieträgern ausgestoßen werden. Weiterhin hat er in seiner Studie „Sektorkopplung durch Energiewende“ den Bedarf hochgerechnet, der im Jahr 2040 nötig ist, wenn nicht nur der Stromsektor, sondern auch die Sparten Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Das seien jährlich 1.320 Terawattstunden.

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Setzt man das aktuelle Ausbautempo der Jahre 2000 bis 2015 fort, so gelingt es nach Volker Quaschnings Berechnung im Jahr 2150 die Energieversorgung komplett aus erneuerbaren Quellen zu decken. Bild: Volker Quaschning, HTW Berlin

Diese könnten sich aus einer Kombination von Windkraft und Photovoltaik erzeugen lassen. Quaschning schlägt für das Jahr 2040 eine Aufteilung einer Onshore-Windkraftleistung von rund 200 Gigawatt, 76 Gigawatt aus Offshore-Windkraftanlagen und 415 Gigawatt aus Photovoltaik-Anlagen vor. Dies entspricht einem Ausbautempo pro Jahr von 15 Gigawatt Photovoltaik, 2,9 Gigawatt Offshore und 6,3 Gigawatt Onshore. Der Professor für Regenerative Energiesysteme kommt zu dem Schluss: „Wir müssen die Wind- und Solarenergie drei bis sechs Mal schneller ausbauen als von der Bundesregierung geplant.“ Zum Vergleich: Im EEG sind Ausbaukorridore von 2,5 Gigawatt bei der Photovoltaik und 2,8 Gigawatt bei der Onshore-Windkraft festgelegt.

„Paris-Ziele praktisch unmöglich“

„Damit ist ein Einhalten der Paris-Ziele praktisch unmöglich. Entweder fehlt den politisch Verantwortlichen der nötige Sachverstand oder sie beabsichtigen das Klimaschutzabkommen gar nicht einzuhalten“, meint Quaschning.

Gast-Autorin Jennifer Lepies via Heise.de

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