Fassade fängt solare Wärme ein

Der indischen Stahlhersteller Tata präsentierte auf der Münchner Baumesse BAU 2013 eine Fassadenverkleidung aus Stahl, die gleichzeitig als Wärmekollektor dient. Durch die Elemente mit farbigen Oberflächen zirkuliert Luft, die von der Sonne erhitzt wird. Sie lässt sich im Winter direkt zum Heizen nutzen. Die warme Luft wird ins Gebäude geleitet.


Eine weitere, wesentlich interessantere Verwendung der erzeugten warmen Luft ist die Unterstützung des Heizsystems. Die solare Energie wird per Wärmetauscher an das Wasser des Heizkreislaufs und den zentralen Warmwasserbereiter abgegeben.

Im Sommer lässt sich die warme Luft in den Kollektoren sogar zum Kühlen der Büros oder Wohnungen hinter der Fassade nutzen. Dies geschieht mittels einer Absorptionskältemaschine, in der ein Kältemittel verdunstet, das von einer Salzlösung aufgesaugt wird. Die dabei entstehende Verdunstungskälte wird zur Klimatisierung genutzt.

Heinz Hempowitz, Sales and Marketing Director Building Envelope bei Tata Steel, er­klärte dazu in München: „Gebäude verursachen nahezu 50 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs, bei einem generell steigenden Bedarf an Energie. Die Bau- und Im­mobilienbranche ist daher mehr denn je gezwungen, den Energiebedarf von Gebäuden zu verringern und erneuerbare Energiequellen zu erschließen. Unsere Vision ist es, Ge­bäudehüllen von ihrer passiven Funktion der reinen Energiekonservierung hin zu einer aktiven Technologie zum Zweck der Energieerzeugung zu entwickeln. Colorcoat Renew SC bietet Gebäudenutzern genau diese Möglichkeit und ist dabei auch noch sehr kos­teneffizient.“

Von Tata speziell beschichteter Stahl

Die Technologie integriert den mikroperforierten bandbeschich­teten Stahl Colorcoat Prisma von Tata Steel als Sonnenkollek­torfläche und wird als zusätzliche Hülle auf die Gebäudewand montiert. Zwischen der Wand und der Metallhülle entsteht da­durch eine Kammer. Der Unterdruck in der Kammer zieht die auf der Kollektoroberfläche vorgewärmte Luft durch die Perfo­rierung in den Zwischenraum. Von dort wird die warme Luft dann entweder direkt zur Belüftung in das Gebäude gespeist oder einer Heiz- und Belüftungsanlage zugeführt, wo sie als Vorheizstufe im Hauptheizsystem zum Tragen kommt. Das er­neuerbare Energiesystem wandelt laut Hersteller Sonnenener­gie mit einer Konversionsrate von bis zu 75 Prozent in nutzbare Wärmeenergie: Ein Quadratmeter Kollektorfläche liefere norma­lerweise 250kWh Wärme pro Jahr.

Colorcoat Renew SC verursacht sehr geringe Betriebskosten, da die Energie der Sonne kostenlos ist und nur durch den Be­trieb des Ventilators geringfügige Kosten entstehen. Darüber hinaus ist das System auf lange Laufzeiten bei gleichzeitig geringem Instandhaltungs­bedarf ausgelegt.


So funktioniert die grüne Fassade. Die im Innern der Konstruktion zirkulierende Luft wird an ein Wärmesystem weiter gegeben.

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