Frankreich wird grün

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Frankreich macht einen Riesenschritt zur Energiewende und will den Energieverbrauch bis 2050 halbieren. Frankreich hat ein ambitiöses Energiewendegesetz beschlossen. Mit weniger Atomstrom, mehr erneuerbaren Energien und Elektromobilen will Frankreich im Kampf gegen die Klimaerwärmung ein Beispiel geben, vielleicht auch Deutschland Paroli bieten. Gut so.


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Es entsteht ein Wettbewerb unter den Regierungen Europas um „die beste Energiewende“. Die Gesetzes-Initiative aus dem Elysee Palast wird auch die Deutsche Regierung herausfordern. (Bild: Wikipedia)

In einer Schlussabstimmung hat am Mittwoch die Assemblée nationale die Regierungsvorlage über Frankreichs Energiewende bis zum Jahr 2050 verabschiedet. Die dabei federführende Umweltministerin Royal hat dazu stolz erklärt, ihr Land habe damit das «fortschrittlichste Energiegesetz unter den Industrieländern».

Sehr ambitioniert sind die grossen Zielsetzungen der französischen Energiewende: Bis 2030 soll der Gesamtenergieverbrauch im Vergleich zu 2012 um 30% reduziert und bis 2050 sogar halbiert werden.

25% weniger Atomstrom

Dabei soll vor allem der Anteil der fossilen Energieträger innerhalb der nächsten 15 Jahren um 30% zurückgehen. Besonders beachtet wird auch die bereits mehrfach von Präsident Hollande angekündigte Reduktion des Anteils der Kernenergie von 75% auf 50% der Stromerzeugung in lediglich zehn Jahren. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll dagegen bis 2030 auf 32% ansteigen.

Sehr konkret soll das wird das Elektromobil im Verkehr gefördert werden. Staatliche Betriebe und Verwaltungen müssen schon ab 2020 mindestens zur Hälfte «saubere» Fahrzeuge anschaffen, Private erhalten Prämien für das Umsteigen von Diesel- auf Elektrofahrzeuge, und auch die Einrichtung von Ladestationen für Batterien wird gefördert.

Ministerin Royal ist stolz auf ihre ausgewogene Kombination zwischen einschneidenden Auflagen und finanziellen Anreizen. So wird einerseits die Wärmeisolierung der Wohnungen obligatorisch, umgekehrt biete die Regierung den Haushalten dafür Kredite und Steuererleichterungen an.

Thermische Sanierung per Gesetz

Das Gesetz stellt die Bürger gerade bei der thermischen Sanierung vor eine grosse Aufgabe. Ab 2025 müssen nämlich alle Wohnungen, die mehr als 330 kWh pro Jahr und Quadratmeter verbrauchen, renoviert werden, sonst können sie ab 2030 nicht verkauft werden. Von diesem gigantischen Sanierungswerk verspricht man sich Aufträge für französische Firmen und damit mehr Arbeitsplätze.

Frankreich hat aber auch noch ein anderes Interesse an einem Wechsel der primär verwendeten Energiequellen. Die Importe der fossilen Treibstoffe sind mit Kosten von 68,7 Mrd. € pro Jahr zu einem grossen Teil für das Aussenhandelsdefizit verantwortlich. Die erneuerbaren Energien dagegen erlauben einen Umstieg auf eine nationale Erzeugung.

Mit dieser Gesetzgebung, die Staatspräsident Hollande als Markstein seiner Amtszeit betrachtet, möchte Frankreich, das Ende Jahr den Vorsitz bei der Pariser Klimakonferenz COP21 führt, bei der Verminderung der Treibhausgase und der Energieeffizienz mit gutem Beispiel vorangehen.

Die Gesetzes-Initiative Frankreichs sollte auch für die deutsche Politik eine Herausforderung sein noch mehr, gerade im thermischen Bereich, zu tun. Wir werden sehen und berichten.

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