Heizen und sparen

Heizkosten​ ​senken​ ​ohne​ ​zu​ ​frieren​ ​– kleine​ ​Maßnahmen​ ​mit​ ​großer​ ​Wirkung. Der goldene Oktober und wir freuen uns über Temperaturen jenseits der 20 Grad. Wir können aber versprechen, das wird nicht so bleiben. Spätestens im November beginnt die Heizperiode richtig und dann wird es wieder teuer. Es sei denn, man hat bereits in Erneuerbare Energien investiert – die Sonne schickt uns bekanntlich keine Rechnung. Für alle anderen heißt es: Heizen und zahlen.

Wie man aber auch mit kleinen Tricks heizen und sparen kann, das zeigt der folgende Artikel auf. 12 Tipps zum Heizkosten sparen.


Heizkosten senken ohne zu frieren Energy Mag

1.​ ​Die​ ​passende​ ​Heiztemperatur​ ​herausfinden​ ​und​ ​regeln

Die Heizung verbraucht sehr viel Energie. Rund ein Viertel der gesamten Energie, die verbraucht wird, entfällt auf die Heizung. Ein guter Grund darauf zu achten, dass die einzelnen Räume im Haus oder der Wohnung auch wirklich richtig beheizt werden. Nicht jeder Raum sollte dieselbe Temperatur aufweisen. Für jedes Zimmer gibt es eine andere Temperatur, die für den Raum genau passend ist. Für Wohnräume ist eine Zimmertemperatur ideal, die bei etwa 20 Grad liegt. Um diese Temperatur zu erreichen, sollte das Thermostat auf Stufe 3 eingestellt werden.

Wer lieber in T-Shirt und Shorts im Winter herumläuft, muss die Heizung höher stellen, und die höheren Heizkosten in Kauf nehmen. Wer sich dazu entschließt, im Winter lieber warme Kleidung zu tragen, verringert damit die Abgabe der eigenen Körpertemperatur. Gerade dann, wenn man sich nicht bewegt und nur herumsitzt, wie beispielsweise abends vor dem Fernseher, empfiehlt sich das Tragen warmer Kleidung. Wer nur rumsitzt und sich so gut wie gar nicht bewegt, empfindet auch eine eigentlich warme Zimmertemperatur von mehr als 20 Grad als kalt. Selbstverständlich kann das Drehen am Thermostat Abhilfe schaffen, aber das erweist sich recht schnell als teure Alternative.

Etwas wärmer sollte es im Kinderzimmer sein, etwa 22 Grad ist für Kinder eine sehr angenehme Temperatur. Im Bad ist noch etwas mehr Wärme sinnvoll, hier liegt die ideale Temperatur bei 23 Grad. Eine weitaus geringere Temperatur sollte im Schlafzimmer herrschen, zwischen 16 und 17 Grad sind in diesem Raum ausreichend. Dasselbe gilt für die Küche, diese erwärmt sich sehr oft auch zusätzlich durch das Kochen. Stufe 2 des Thermostats sind für diese Temperaturen ausreichend.

Werden Räume gar nicht genutzt, reicht die Thermostateinstellung 1 vollkommen aus. Auch in der Diele muss nicht unbedingt stark geheizt werden, hier ist Stufe 1 ebenfalls ausreichend. Selbstverständlich kann die individuelle Temperaturempfindung durchaus unterschiedlich sein. Vielen Menschen ist 20 Grad im Wohnzimmer viel zu warm, anderen viel zu kalt. Generell ist es so, dass jedes Grad, das weniger geheizt wird, rund sechs Prozent an Heizkosten einspart.

2.​ ​Räume​ ​werden​ ​nur​ ​wenig​ ​beheizt​ ​–​ ​Türen​ ​schließen

In wohl jedem Haus gibt es Räume, die nur wenig beheizt werden, beispielsweise weil sie nicht genutzt werden. In diesem Fall sollten die Türen geschlossen gehalten werden. Offene Türen sorgen dafür, dass sich diese Räume, die eigentlich kühl sein sollen, aufheizen, während die anderen Räume, die eher warm sein sollen, auskühlen. Werden die Türen nicht geschlossen, besteht auch noch eine andere Gefahr – eine mögliche Kondenswasserbildung. Dieses Kondenswasser kann an den Außenwänden des Zimmers entstehen, das kühler ist, wenn die wärmere Luft hinein dringt. Nun wird klar, warum Schlafzimmer am Morgen immer gelüftet werden sollen. Nur so ist es möglich, dass die über Nacht entstandene Feuchtigkeit gut abziehen kann.

3.​ ​Im​ ​Urlaub​ ​die​ ​Heizung​ ​abstellen​ ​–​ ​ja​ ​oder​ ​nein?

Der Urlaub steht an und es ist sowieso niemand im Haus. Die logische Konsequenz: alle Heizkörper werden ausgestellt. Das ist aber nicht die beste Lösung. Viel besser ist es, die Heizkörper nicht komplett abzuschalten. Sie sollten bei einer niedrigen Temperatur weiterhin laufen. Die Zimmer sollten eine Durchschnittstemperatur von etwa 12 Grad haben, wenn sich die Bewohner auf Reisen befinden. Dauert die Reise nur zwei oder drei Tage, sollte die Raumtemperatur 15 Grad betragen.

4.​ ​Richtig​ ​lüften

Lüften, lüften, und noch einmal lüften – nicht umsonst wird immer geraten, möglichst gut zu lüften. Rund zehn Liter Wasser verdunsten jeden Tag in einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt. Diese Feuchtigkeit muss natürlich irgendwie abgeleitet werden, ansonsten droht sehr schnell Schimmel an den Wänden. Empfohlen wird die regelmäßige Lüftung der Räume. Zweimal täglich sollten die Fenster für jeweils zehn Minuten weit geöffnet werden. Ideal ist es, wenn zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig geöffnet werden, sodass Durchzug herrscht. Selbstverständlich sollten die Thermostate der Heizkörper für die Zeit des Lüftens komplett heruntergedreht werden.
Fenster​ ​dauerhaft​ ​gekippt​ ​–​ ​keine​ ​gute​ ​Idee

Den ganzen Tag das Fenster auf Kipp – für Frischluftfanatiker sicher eine gute Sache, die Heizleistung wird dadurch allerdings vollkommen unnötig in die Höhe getrieben. Dementsprechend steigen natürlich auch die Kosten. Es kann ganze 75 Minuten dauern, bis die kalte Luft wieder durch die warme ersetzt wird. Der Grund dafür ist ganz einfach, durch das dauerhafte Lüften sind die Räume weitaus stärker ausgekühlt, als dies beim Stoßlüften der Fall ist. Zudem kühlen gleichzeitig auch noch die Wände aus, dies erhöht das Schimmelrisiko sehr stark.
Fenster​ ​und​ ​Rollläden​ ​nachts​ ​geschlossen​ ​halten

In der Nacht sollten die Fenster immer geschlossen bleiben. Nur so ist es möglich, die Wärme im Haus zu halten. Wenn Rollläden vorhanden sind, sollten diese ebenfalls gut geschlossen werden. Am Morgen sollte dann richtig gut durchgelüftet werden.

5.​ ​Heizkörpernischen​ ​-​ ​immer​ ​eine​ ​Schwachstelle

Die Heizkörpernischen sind eine Schwachstelle und es geht viel Wärme verloren. An dieser Stelle sind die Wände recht dünn und so kann kalter Wind ungehindert ins Haus ziehen. Auch hier lohnt sich eine nachträgliche Dämmung auf jeden Fall um Heizkosten einzusparen.

6.​ ​Der​ ​Rolladenkasten​ ​-​ ​Wärmebrücke​ ​vermeiden

Rollladenkästen stellen gerade in Altbauten immer ein Problem dar. In vielen Fällen sind sie die Eingangstür für kalte Luft. Wenn Altbauten renoviert werden, erhalten sie für gewöhnlich Fenster mit einer Doppelverglasung. Allerdings denkt dann niemand an die Rollladenkästen. Die gute Nachricht: Rollladenkästen können auch nachträglich noch isoliert werden. Weiche Dämmmatten werden ganz einfach an die Innenseite des Rolladenkastens geklebt.

7.​ ​Heizungsrohre​ ​und​ ​Fassaden​ ​–​ ​eine​ ​gute​ ​Dämmung​ ​ist​ ​wichtig

Wird ein Haus saniert, sollte viel Wert gelegt werden auf die Fassadendämmung. Eine gute Dämmung hält nicht nur im Winter die Kälte draußen, sondern sorgt auch für kühlere Räume im Sommer. Durch eine gleichmäßige Dämmung erfolgt eine Speicherung der Wärme in den Zimmern. So bleiben die Wände immer trocken und Schimmel kann gar nicht erst entstehen. Eine Dämmung der Fassade kann auch gut nachträglich durchgeführt werden. Alternativ ist es auch möglich, die Räume mithilfe einer Innendämmung zu isolieren. In diesem Fall wird das Dämmmaterial ganz einfach von innen an den Wänden des Zimmers angebracht.

Die Isolierung von Heizungsrohren wird auch sehr gerne vernachlässigt. Dabei ist eine gute Isolierung gerade hier sehr wichtig. Eine Dämmung mit Schaumstoff bringt sehr gute Ergebnisse. Heizungsrohre sollten vor allen Dingen dann gedämmt werden, wenn sie durch Räume verlaufen, die nicht geheizt werden, so wie beispielsweise der Keller. Durch diese Maßnahme können rund acht Prozent Heizkosten eingespart werden.

Teppich Heizkosten senken Energy Mag
Welch‘ simple Tricks: Ein Teppich lässt die Wohnung um 2 Grad wärmer erscheinen, dass hilft Heizkosten sparen.

8.​ ​Teppiche​ ​für​ ​mehr​ ​Wärme

Fliesen-, Holz- oder Steinböden sind heute sehr modern. Viele Wohnungen und Häuser werden mit diesen pflegeleichten Fußböden ausgestattet. Aber dennoch fühlen sich solche Böden oft recht kalt an. Teppiche und Läufer sind eine gute Lösung für dieses Problem. Sie sind nicht nur optisch ein Highlight, sie sind auch in der Lage, das Kälteempfinden zu verändern. Wer seine Wohnung zuvor eher als kalt empfunden hat, nimmt sie durch Teppiche und Läufer um etwa zwei Grad wärmer wahr. Dadurch ist die Wohnung gleich viel angenehmer und niemand muss die Heizung höher drehen.

9.​ ​Fenster​ ​und​ ​Türen​ ​-​ ​dicht​ ​müssen​ ​sie​ ​sein

Auch wer recht moderne Fenster mit einer Doppelverglasung in seiner Wohnung hat, sollte diese daraufhin überprüfen, ob dort nicht doch Zugluft eindringt. Eine Doppelverglasung ist nicht sehr nützlich, wenn die Rahmen nicht dicht sind. Dann kann kalte Luft ungehindert hineinströmen. Um die Rahmen abzudichten, sind aufklebbare Isolierbänder eine gute Lösung. Wenn die Fenster richtig dicht sind, können bis zu 30 Prozent Kosten eingespart werden. Dieselbe Problematik entsteht bei Türen. Wenn Türen undicht sind, sollten sie ebenfalls abgedichtet werden. Dafür gibt es im Handel einfache Schaumstoffstreifen, die aufgeklebt werden. Für den Fall, dass unterhalb der Türen Luft hindurchzieht, sollte eine Bürstendichtung angebracht werden. Sehr hilfreich sind auch die bekannten Zugluftstopper, die einfach vor die Tür gelegt werden.

10.​ ​Heizkörper​ ​nicht​ ​zustellen

Heizkörper sollten die Wärme immer möglichst ungehindert abgeben können. Darum ist es sehr wichtig, dass sie nicht durch Möbel, schwere Gardinenstoffe oder Verkleidungen verdeckt werden. An Außenwänden kann eine zusätzliche Dämmung hinter dem Heizkörper ebenfalls sehr sinnvoll sein

11.​ ​Deckenventilatoren​ ​im​ ​Winter

Das hört sich jetzt erst einmal seltsam an, Ventilatoren werden ja eigentlich nur dann genutzt, wenn es sehr warm ist. Aber auch wenn es kalt ist, können sie zum Einsatz kommen, beispielsweise in Altbauten ist das sehr sinnvoll. In Altbauten sind die Decken für gewöhnlich sehr hoch und warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Somit geht hier sehr viel Wärme verloren. Ein Deckenventilator ist in der Lage, die warme Luft wieder nach unten zu drücken, sodass sie dort ist, wo sie benötigt wird.

12.​ ​Individuelle​ ​Temperaturen​ ​mit​ ​programmierbaren​ ​Thermostaten

Mit programmierbaren Thermostaten kann die Temperatur in den Räumen ganz genau an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden. Diese Thermostate verfügen über eine Technik die es ermöglicht, auf die Minute genau zu bestimmen, wann die Temperatur erhöht oder wieder gesenkt wird. So kann in der Nacht die Zufuhr an Wärme mithilfe der eingebauten Zeitschaltuhr gesenkt werden. Passend zum Aufstehen am Morgen kann die Temperatur dann wieder hochgefahren werden. Diese Thermostate ermöglichen ebenfalls die Programmierung von täglich wechselnden Zeiten. Dies ist sehr praktisch, wenn es auf das Wochenende zugeht.

via: https://zukunftsheizung.jetzt/

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