Hyperions – die Ökostadt der Zukunft

Hyperions: In Indien entsteht die autarke Ökostadt der Zukunft. Indien ist nicht gerade dafür bekannt, sehr nachhaltig zu sein. Zu groß, zu arm, zu chaotisch. Doch das Projekt Hyperions zeigt, auch hier wird in die Zukunft gedacht und gemacht. Eine moderne Ökostadt mit autarkem Energiekonzept und mit geringem Wasserverbrauch. Die Stadt “Hyperions” soll in Indien nahe der Stadt Neu-Delhi entstehen und bereits im Jahr 2022 fertiggestellt sein.


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In Hyperions sollen sechs Wohntürme eine autarke Einheit bilden

Ein in die Höhe gebautes Dorf

Nach den Visionen des Architekten Vincent Callebaut entsteht in Indien “Hyperions”, ein in die Höhe gebautes, autarkes Dorf, das Platz für rund 1000 Wohnungen, Büros und Co-Working Spaces bieten soll. Hyperions soll aus 128 Meter hohen Türmen bestehen, die jeweils 36 Stockwerke haben. Entstehen soll die Stadt in der Stadt Jaypee in der Nähe von Neu-Delhi.

Entworfen wurde die Öko-Stadt von dem indischen Agrarökologen Amlankusum und seiner Frau Kamalesh, die Städteplanerin ist. “Wir beide träumen davon, Jaypee in Wildnis zu verwandeln. Wir wollen es mit Leben erfüllen und zu einer Natur-Stadt machen, die organisch, dicht und so flexibel wie nötig ist und die ein starkes fruchtbares Potenzial hat”, erklärt Amlankusum.

Ökostadt produziert Energieüberschuss

Hyperions besteht zu 75 Prozent aus natürlichen Materialien, allen voran Holz, das in einem lokalen, nachhaltig beforsteten Wald abgeholzt wurde. Auf Beton und Stahl wird beim Bau weitgehend verzichtet, lediglich beim Fundament und dem Grundgerüst kann nicht auf die Materialien verzichtet werden. Trotzdem sollen die Türme auch ein Erdbeben oder einen Brand überstehen können. Die Struktur soll außerdem hervorragende Dämmungseigenschaften haben und einen guten Schallschutz bieten.

Die Ökostadt soll sich komplett selber mit Energie versorgen können und dabei mehr produzieren, als die Bewohner letztlich verbrauchen. Für die Energieproduktion sind Solarzellen an den Fassaden, auf den Balkons und auf den Dächern der Stadt zuständig. Außerdem wird aus den organischen Abfällen Energie gewonnen. Die Beleuchtung der Türme übernehmen Lampen, die mit Hilfe von kleinen Windturbinen ihren eigenen Strom produzieren.

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Fröhliche Menschen in einer grünen nachhaltigen Stadt, so stellen sich die Architekten von Hyperions die Zukunft vor. (alle Bild: Vincent Callebaut Architectures)

Wasserrecycling und natürliche Klimatisierung

Der Wasserverbrauch soll etwa 90 Prozent unter dem Durchschnitt liegen. Und das, obwohl Hyperions über einen natürlichen Pool verfügt. Auffangbecken fangen Regenwasser auf, und ein ausgeklügeltes Recyclingsystem bereitet verbrauchtes Wasser wieder auf, sodass damit Gärten mit Obst und Gemüse bewässert werden können. Ein Aquaponik-System sorgt derweil für frischen Fisch.

Auch die Klimatisierung der Anlage erfolgt auf natürlichem Weg. Ein System von Windschloten fängt Luft ein und leitet diese in das Innere des Komplexes. Unterwegs wird die Luft durch Erdwärme-Pumpen je nach Jahreszeit und Temperatur entweder gekühlt oder erwärmt. Nicht schlecht: Die Anlage soll zwischen 2020 und 2022 fertiggestellt sein.

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