Klimapaket 2015 – was es für Hausbesitzer und Mieter bedeutet

Demontage alte Heizungsanlage

Was das Klimapaket für Hausbesitzer und Mieter bedeutet. Deutschland muss seinen CO2-Ausstoß rasch verringern, um die Klimaschutzziele bis 2020 noch zu erreichen. Jetzt hat die Bundesregierung das „Aktionsprogramm Klimaschutz“ sowie den „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ (NAPE) beschlossen. Drei Milliarden Euro will die Regierung künftig für Anreize zur Gebäudesanierung spendieren.


Die Deutschen sollen weniger Gas und Öl verbrauchen und ihre Häuser besser dämmen. Mit diesen und Dutzenden weiteren Maßnahmen will die Bundesregierung ihr Klimaziel retten. Die wichtigsten Neuregelungen im Überblick.

Demontage alte Heizungsanlage
Neben, oder besser vor, der Dämmung sind vor allem veraltete, 30 Jahre alte Heizungen, das Problem. Zuwenig wurde in den letzten Jahren investiert, weil alle nur die Einspeisevergütung des EEG im Kopf hatten. Lesen Sie hierzu unseren Artikel „Warum die Energiewende (noch) nicht funktioniert“ >>

Der Modernisierungsstau bei Bestandsimmobilien ist das Problem

Zweifel an der Sinnhaftigkeit, Deutschlands Häuser massenhaft in Styropor zu packen, wischt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Seite. Das sei eine „putzige Debatte“. Fakt sei, dass in vielen alten Häusern „im Winter mehr der Garten als das Wohnzimmer geheizt wird“.

Umgerechnet 62 bis 78 Millionen Tonnen CO2 will die Bundesregierung zusätzlich einsparen. Dies soll durch ein ganzes Paket von Maßnahmen erreicht werden. Neben Beiträgen aus einer Vielzahl von Sektoren – von Landwirtschaft bis Verkehr – gibt es auch Neuregelungen für Hausbesitzer und Mieter, die meisten sollen im Laufe des kommenden Jahres in Kraft treten.

Ziel ist es, den Modernisierungsstau bei Bestandsimmobilien aufzubrechen oder zumindest deutlich zu veringern, denn bei Neubauten werden bereits wie selbstverständlich moderne Standrds erfüllt.

Das Finanzamt hilft beim Energiesparen

Wer sich eine neue Heizung einbaut, die weniger Gas oder Öl verbraucht, soll für eine Einzelbaumaßnahme künftig zehn Prozent seiner Kosten über zehn Jahre vom Fiskus erstattet bekommen.

Das neue CO2-Gebäudesanierungsprogramm soll von Januar 2015 an für fünf Jahre laufen. Aber: Bevor es in Kraft treten kann, muss sich der Bund mit den Ländern über die Kosten von einer Milliarde Euro pro Jahr einigen, weil die Steuerausfälle beide Seiten betreffen.

Die Regierung strebt bis spätestens Ende Februar eine Lösung an, die rückwirkend zum 1. Januar 2015 gelten soll. Das ist wichtig, weil viele Verbraucher in kommenden Wochen Aufträge an Handwerker verschieben könnten, bis sie die Details kennen.

Laufenden Förderprogrammen der staatlichen KfW-Bank werden nicht tangiert

Bei den neuen Fördermaßnahmen handelt es sich um ein zusätzliches Angebot. Der Bund will damit zum Beispiel Immobilienbesitzer ansprechen, die Kredite und den damit verbundenen Papierkram scheuen. Gerade Ältere zahlen eine neue Heizung oder das Dach lieber aus eigener Tasche. Sie können dann den Bonus von zehn bis 25 Prozent mit der Steuererklärung geltend machen.

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Die Grafik zeigt die Sofortmaßnahmen und weiterführende Prozesse des NAPE für die 18. Legislaturperiode. © BMWi

Die KfW-Förderung wird aufgestockt

Schon die Vorgängerregierung hatte die Mittel für die Gebäudesanierung von 936 Millionen Euro pro Jahr auf 1,8 Milliarden Euro nahezu verdoppelt. Jetzt soll die Förderung noch einmal auf insgesamt 2 Milliarden Euro erhöht werden. Maximal gefördert werden von der Staatsbank KfW 50.000 Euro pro Wohneinheit. Neu ist, dass auch Sanierungen von Gewerbegebäuden oder Pflegeheimen unterstützt werden.

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Fördermittel der KfW-Bank werden erhöht, laufenden Förderprogrammen der staatlichen Bank werden nicht tangiert.

Allerdings: die Absetzbarkeit von Handwerker-Rechnungen werden eingeschränkt

Es geht ums Geld. Um die neuen Sanierungsanreize für Hausbesitzer zu finanzieren und die Steuerausfälle auf Seiten der Länder zu begrenzen, sollen nur noch Handwerker-Leistungen oberhalb von 300 Euro beim Finanzamt von der Steuerschuld abziehbar sein.

Auch will die Politik, dass eben mehr in energiesparende Maßnahmen investiert wird und nicht mehr der Einbau einer neuen Badewanne begünstigt ist. Der Mieterbund kritisiert, dass das Millionen Mieter treffen würde, während Hausbesitzer bei der Gebäudesanierung fein raus seien…

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