Mehr Energieeffizienz für Wilna

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Online-Karte soll Energieverbrauch reduzieren & Energieeffizienz steigern. Mit einer pfiffigen Idee will die Hauptstadt Litauens, Wilna, ihre „energetische Sanierunsgbilanz“ verbessern. Eine Online-Karte zeigt im ganzen Stadtgebiet die Energieeffizienz der einzelnen Häuser an. Eine Idee, die dringend auch für deutsche Städte anzuraten ist.


Online-Karte soll Energieverbrauch reduzieren

Im Winter laufen die Heizungen, sowohl in Wilna, aber auch in ganz Deutschland, auf Hochtouren. Mit einer Online-Karte, die das gesamte Stadtgebiet Wilnas umfasst, will die Stadt nun die Energieeffizienz der einzelnen Häuser aufzeigen und Hausbesitzer dazu animieren energetisch zu sanieren. Man erkennt auf der Karte wieviel Energie das eigene Haus, aber auch andere Häuser, das des Nachbarn z.B., verbraucht.

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Der Blick auf die Karte zeigt: In Wilna gibt es einiges zu tun. Gerade einmal 349 der 4800 aufgeführten Häuser sind energieeffizient, weitere 1100 gehören zur durchschnittlichen Effizienzklasse. Die meisten Gebäude aber liegen weit darunter. 2700 Häuser fallen in die Kategorie „schlecht“, 512 in die Kategorie „sehr schlecht“ und 119 in die Kategorie „überaus schlecht“. Copyright: vilnius.lt

Zur Original-Karte Wilnas >>

Mein Nachbar heizt Energieeffizienter wie ich

Ein wenig Neid hat schon immer funktioniert, haben sich die Stadtoberen Wilnas bestimmt gedacht, denn die flächenmäßig größte Stadt des Baltikums beherbergt rund eine halbe Million Menschen und fast 3.000 renovierungsbedürftige Häuser, die Unmengen Energie verschwenden. Gerade einmal 96 davon wurden in den vergangenen zehn Jahren energetisch saniert.

Das muss sich ändern. Daher hat die Stadt eine interaktive Stadtkarte entwickelt, auf der die Bewohner Wilnas erkennen, wie hoch der aktuelle Wärmeverbrauch ihrer Häuser ist und wie sie im Vergleich mit anderen Gebäuden da stehen. Ist das Haus meines Nachbarn etwas Energieeffizienter als meines?

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Wilna, wunderschöne Stadt im Baltikum und Hauptstadt Litauens. Die Energieeffizeinz der Häuser jedoch, lässt deutlich zu wünschen übrig.

Farben zeigen, wo Umweltsünder stehen

Die Karte ist seit einem Jahr online und auch per Smartphone zugänglich. Sie listet rund 4800 Gebäude und unterteilt die Energieperformance der Häuser wie in einem Wettbewerb in 15 Effizienzkategorien.

Effizienzklasse 1 steht für besonders umweltfreundliche Häuser, Effizienzklasse 15 für die größten Umweltsünder der Stadt. Die Effizienzklassen werden auf der interaktiven Karte wiederum in sechs Farbkategorien eingeteilt. Von grün für eine sehr gute Energienutzung, über gelb für eine durchschnittliche Energieeffizienz, bis zu dunkelrot: den renovierungsbedürftigen Häusern.

Aber auch konkrete Tipps werden gegeben

„Die Karte soll die Bewohner dazu anregen, ihr eigenes Energieverhalten zu überprüfen“, sagt Eglė Randytė, Leiter der städtischen Energiebehörde. Schließlich lasse sich damit nicht nur bares Geld sparen, sondern auch die Umwelt schonen.

Darüber hinaus liefert die Karte konkrete Hinweise, wie sich Energie effizienter nutzen lasse, etwa durch Wärmedämmung, isolierte Fenster und Türen und moderne Heizungsanlagen.

Die Stadt jedenfalls hofft, dass etwa 240 Gebäude bis 2016 energetisch saniert werden könnten. Bis 2020, so der ehrgeizige Plan, sollen rund 600 Wohngebäude auf den neusten Stand sein. Rund 14.300 Tonnen Kohlendioxid könnten so gespart werden – nahezu soviel, wie ein Auto verbraucht, das zwei Mal die Erde umrundet.

Nachahmer gesucht

Auch Deutsche Städte sollten sich nicht scheuen dem Vorbild Wilnas zu folgen. So erhielt Wilna bei den Eurocities Awards in München diesen November den Innovations-Preis. Für den Award des größten europäischen Städtenetzwerks hatten sich 19 europäische Städte beworben.

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