Modernisierung von Heizungsanlagen = Halbierung des deutschen Energieverbrauchs

90% unserer Heizungsanlagen sind veraltet. Zum größten Teil mehr als 30 Jahre alt. Das riesige Einsparungspotenziel das hier schlummert wird aber nach wie vor viel zu wenig genutzt. Zu zögerlich wird bei Bestandsimmobilien modernisiert. Trotz EEG 2 und trotz massiver Bemühungen des deutschen Wirtschaftsministeriums. Der niedrige Ölpreis und mangelndes Bewusstsein schein schuld daran zu sein. Auf der in Frankfurt stattfindenden Weltleitmesse für Energie-, Klimatechnik und Erneuerbare Energien ISH im kommenden März wird das eines der Schwerpunkthemen sein.


Auf den größten Energieverbrauchssektor Deutschlands, den Wärmemarkt entfällt über 50 Prozent des Endenergieverbrauchs des Landes. Im Wärmemarkt liegen die höchsten Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale aller Verbrauchssektoren. Allein über die anlagentechnische Modernisierung der rund 14 Mio. veralteten Heizungsanlagen könnte der Energieverbrauch Deutschlands nahezu halbiert werden. Dies entspräche gut 15 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs. Gleichzeitig ergeben sich hohe CO2-Minderungspotenziale.

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90% unserer Heizungsanlagen sind veraltet. Dabei schlummert hier das größte Einsparungspotenzial für Energieverbrauch und CO2 Ausstoß.

Die ISH 2017 findet zu einem Zeitpunkt statt, in dem die europäische und deutsche Klima- und Ressourcenschutzpolitik ambitionierte Ziele festlegt. Bis 2050 sollen CO2-Emissionen in den Bereichen Mobilität, Industrie und Gebäude massiv reduziert werden. Für den Gebäudebestand gilt eine Maßgabe von minus 85 Prozent.

Die im BDH organisierte deutsche Heizungsindustrie setzt auf die Doppelstrategie aus Effizienz und erneuerbaren Energien. Hinzu kommt die Notwendigkeit eines breiten Mix aus Energieträgern und Technologien, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Einen grundlegend marktwirtschaftlichen Ansatz an Stelle von ordnungsrechtlichen Zwängen sieht der BDH als besonders geeignet an, dem Klima- und Ressourcenschutz zum Erfolg zu verhelfen.

Auf der ISH zeigt die deutsche Heizungsindustrie Lösungen für die Herausforderungen, die sich aus dem Klima- und Ressourcenschutz ergeben. Die stark innovationsbetriebene Heizungsindustrie investiert für Forschung und Entwicklung jährlich knapp eine halbe Milliarde Euro und entwickelte technisch kommerzielle Lösungen, die eine optimale Kombination aus hoher Effizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien erlauben.

Power-to-Heat

Power-to-Heat heißt, Erneuerbaren-Energien-Strom verstärkt im Wärmemarkt einzusetzen. Dies kann entweder als Einzeloption über die Wärmepumpe oder mittels hybrider Systeme, bestehend aus einer Wärmepumpe und einem Spitzenlast-Wärmeerzeuger geschehen. Power-to-Heat erfordert darüber hinaus die Digitalisierung der Heiztechnik und die digitale Anbindung des Heizsystems an das Stromnetz zur Nutzung flexibler Stromtarife.

Die ISH wartet auf mit Systemen, die eine PV-Anlage auf dem Dach zur Eigenstromnutzung kombiniert mit einer Wärmepumpe, einem Batteriespeicher sowie einem thermischen Speicher. Ein Energiemanager sorgt für die digitale Verknüpfung der Komponenten. Solche Systeme können im Übrigen auch die elektrische Grundlast im Haus teils abdecken und ein E-Mobil vor der Tür laden.

Strom im Wärmemarkt

Neben Power-to-Heat kann Erneuerbare-Energien-Strom bei Angebotsspitzen über die Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt werden. Über die Methanisierung des Wasserstoffs eröffnet sich die Möglichkeit der Einspeisung in das bestehende Gasnetz. Das Gasnetz selbst dient als Transportweg hin zum Gebäudebereich und als Speicher. Erdgas wird damit grüner und dient als speicherbare Spitzenlast-Energie für Nachfragespitzen im Wärmemarkt an Tagen der sogenannten kalten, dunklen Flaute (Minusgrade, keine Sonne, kein Wind).

Eine weitere Option bietet Power-to-Liquid und biogene Anteile, ebenfalls nutzbar als speicherbare Spitzenlastenergie für den Wärmemarkt der Zukunft. Nach wie vor und in Zukunft noch stärker wird der Energieträger Holz als nachwachsender und CO2-neutraler Rohstoff eine wichtige Rolle im Wärmemarkt spielen und ebenfalls Nachfragespitzen ausgleichen.

Zu Systemen, die Effizienz und erneuerbare Energien einkoppeln, gehört idealerweise eine solarthermische Anlage zur Trinkwasserbereitung bzw. Heizungsunterstützung, kombiniert mit modernen thermischen Speichern.

Die entscheidenden Trends im Bereich der effizienten Zukunftstechnologien und der intelligenten Gebäudetechnik präsentiert die ISH vom 14. bis 18. März in Frankfurt am Main.

Weitere Informationen zur ISH finden Sie unter www.ish.messefrankfurt.com.

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