Perspektiven für die Solarthermie

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Basis-Info Solarthermie – Serie. Um unsere Serie über die Solarthermie abzuschließen, schauen wir in die Zukunft. Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE könnten 2050 ein Drittel der dezentralen Heizungsanlagen und zwei Drittel der zentralen Anlagen in Wärmenetzen mit Solarthermie ausgestattet sein. Voraussetzung ist eine weitere Kostenreduktion in diesem Bereich.


Im Jahr 2013 wurde eine Solarkollektorfläche von rund einer Millionen Quadratmetern neu installiert. Weit über 90 Prozent der Neuinstallationen fand bei Ein- und Zweifamilienhäusern statt. Anwendungen in den Bereichen solare Nahwärme, Klimatisierung sowie solare Prozesswärme bleiben nach wie vor die Ausnahme. Die Solarthermiebranche in Deutschland hat in den letzten Jahren eine schwere Krise durchlebt. Der Absatz von Solarkollektoren ist von 2012 auf 2013 um 11 Prozent zurückgegangen. Weltweit hingegen wächst der Markt für Solarthermie kontinuierlich an. Rund zwei Drittel aller Installationen finden in China statt. Ein weiterer wichtiger Zukunftsmarkt befindet sich in Indien.

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Installation von Vakuumröhrenkollektoren und Flachkollektoren im Vergleich. © BSW-Solar

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Zahlen zur Solarthermie-Branche in Deutschland. © BSW-Solar

Durch Forschung und Entwicklung ist die Solarthermie-Technologie vor allem in der solaren Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung weitestgehend ausgereift. Verbesserungen können noch erreicht werden, indem zum Beispiel die Kosten ganzer Systeme sowie einzelner Komponenten reduziert und die Installation der Anlagen durch vorgefertigte Systeme vereinfacht wird. Beispiele sind Solarkollektoren, bei denen einzelne Bestandteile aus günstigerem Kunststoff gefertigt werden oder einfache, kompakte Speicherlösungen. Hier besteht die Möglichkeit, die Speicher aus einzelnen Modulen zu fertigen, die erst in den Räumlichkeiten vor Ort zusammengesetzt werden. Gleichzeitig muss die Funktions- und Ertragssicherheit der Anlagen weiter erhöht werden. Weitere Forschungsfelder sind sogenannte solare Plusenergiehäuser oder Solaraktivhäuser. Dies sind Gebäude bei denen ein Großteil des Wärmebedarfs mit Solarenergie gedeckt wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung der elektrischen und thermischen Solarenergiewandlung in einer einzigen Komponente, einem photovoltaisch-thermischen (PVT-) Kollektor.

Wie hoch die Kostenersparnis durch eine Solaranlage ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab: vom Umfang der Sanierung, von den gewählten Maßnahmen und Techniken und nicht zuletzt von der künftigen Entwicklung der Energiepreise. Sicher ist lediglich, dass eine Solaranlage weitgehende Unabhängigkeit von der zukünftigen Energiepreisentwicklung schafft sowie einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes leistet.

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