Schichtspeicher im Wärme-Test

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Schaut man sich ein wenig im Internet um, so stößt man auf ein schier unendliches Angebot an Pufferspeichern, Schichtspeichern und Solarspeichern – Wärmespeicher um die Erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder Wind zu „puffern“ – also zu speichern – denn die sind nicht immer und in ausreichendem Maße verfügbar.

Jeder dieser Speicher versucht dem Verbraucher zu suggerieren, das er der beste, schönste, attraktivste Speicher ist und sei es nur beim Preis. Nur der Profi kennt die wahren Werte eines Pufferspeichers und denen möchten wir heute auf den Grunde gehen.


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Ein Blick in Ebay genügt und schon blättert sich das ganze Angebot unserer Industrie an Pufferspeichern auf, teilweise zu unglaublich günstigen Preisen. Doch es gibt große Unterschiede.

Messen nicht mutmaßen

Wir wollen es genau wissen, deshalb machen wir den Test. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt, Fachbereich Heizungstechnik, erstellen wir unbestechliche Wärmebild-Aufnahmen einer Solar-Beladung zweier Pufferspeicher. Wir wollen deren Effizienz überprüfen.

Die Test-Kandidaten: Zum Effizient-Test angetreten sind einmal ein Hygienespeicher eines Online-Discounter-Portals, den jeder per Mausklick im Internet erwerben kann.

Ein Hygienespeicher ist ein Pufferspeicher mit einem Edelstahlwärmetauscher. Hierbei wird das umgebene Heizkreiswasser lediglich als Energiespeicher benutzt. Das Trinkwasser wird im Durchlaufprinzip erwärmt, wobei man hierbei kein stehendes Trinkwasser in großen Mengen hat (Legionellenbefall).

Der zweite Proband ist ein hochwertiger Pufferspeicher vom Fachhändler/Heizungsbauer. Der Schichtspeicher Oskar der Firma Ratiotherm mit innenliegendem patentierten Schichtspeichereinsatz „Elevator“. Oskar kann nur über, vom Hersteller zertifizierte und ausgewählte, Fach-Handwerker bezogen werden und wird auch nur von denen, im System, eingebaut.

Vom Papier her also deutliche Unterschiede. Doch was sagt der Praxistest? Können die angehenden Ingenieure der Hochschule Unterschiede aufzeigen?


Links die Technik eines Hygienespeichers aus dem Internet. Rechts der patentierte Schichtspeicher-Einsatz des Oskar (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Rührst Du noch oder schichtest Du schon?

Die Testsituation: Das Wasser des Hygienespeichers mit innenliegendem Wärmetauscher weist eine Ausgangstemperatur von 20°C auf, von den Studenten der Ingolstädter Hochschule wird eine Solarbeladung von 65°C simuliert in den Speicher fließen 300 Liter pro Stunde.

Das gleiche beim Schichtspeicher Oskar. Oskar hat einen aussenliegenden Wärmetauscher und unterscheidet sich vom Referenzspeicher durch seinen patentierten Schichtspeicher-Einsatz „Elevator“. Der Elevator führt dazu, dass ohne mechanische oder sonst eine Einwirkung das zufließende Wasser beruhigt und – wie in einem unsichtbaren Aufzug – in die passende Temperaturschicht eingeschichtet wird. Genau so, wie das in der Natur in einem stehenden Gewässer, einem See also, auch geschieht.

Nur Sonne ist kostenlos – zuheizen kostet Geld

Das Entscheidende beim Schichtverhalten eines Schichtspeichers, gerade in der Übergangszeit und in der Winterzeit, also über annähernd 9 Monate des Jahres, ist eine schnelle Beladung. Die schnelle Einschichtung von mindestens 50°C warmen Wasser ist entscheidend für die Effizienz eines Schichtspeichers.

Warum? Die Sonne steht nur für einen sehr kurzen Zeitraum zur Verfügung. Im Januar gibt es in Bayern gerade einmal 24 Sonnenstunden – im ganzen Monat (ca. 45 Minuten pro Tag!). In dieser Zeit muss der Schichtspeicher möglichst vollständig geladen sein.

Ohne ein solches schnelles Beladen muss ein Wärmeerzeuger für die Bereitstellung von warmen Wasser zuheizen. Zuheizen bedeutet in der Realität in aller Regel, dass eine ebenfalls am Schichtspeicher angeschlossene Gastherme (oder ähnliches) das Wasser zusätzlich erhitzen muss, weil eine alleinige Beladung mit der Sonne nicht ausreicht, das kostet Geld, nur die Solarbeladung ist umsonst.

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Thermografischer Vergleich der Hochschule Ingolstadt. Hygienespeicher mit innenliegendem Wärmetauscher (links) vs. Schichtspeicher Oskar mit Schichtspeicher Einsatz „Elevator“ (rechts). Das mittlere Schaubild zeigt, zum Vergleich, eine idealtypische Schichtspeicher-Beladung von 20°C (unten) bis 60°C (oben).

20% mehr Effizienz Dank Schichtspeicher-Technologie

Das Ergebnis: Der Schichtspeicher Oskar erreicht aufgrund seines Schichtspeicher-Einsatzes die Zieltemperatur von 50°C bereits nach 50 Minuten. Im Wärmebild sehr schön zu sehen wie preußisch korrekt der Speicher die unterschiedlichen Wasser-Temperaturen von heiss (rot) über warm (gelb) bis zu kalt (blau) geschichtet hat. Die Regeltechnik kann nun exakt die Temperatur entnehmen, die gerade im Haus benötigt wird, also z.B. 30°C zum Hände waschen und 45°C für die Fußbodenheizung, was zur Folge hat, dass es innerhalb des Systems nur zu minimalen Effizienz-Verlusten kommt.

Sehen Sie die Beladung in Zeitabständen von 5 Minuten.
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken >>

Ganz anders beim Hygiene-Pufferspeicher aus dem Online-Shop. Der Hygienespeicher benötigt für seine Zieltemperatur (Warmwasser-Ladetemperatur 50°C) 180 Minuten. Das liegt daran, weil der Wärmespeicher nicht schichtet. Er erwärmt lediglich das vorhandene 20°C warme Wasser sozusagen „flächendeckend“. Der Fachmann nennt dies „Rührspeicher“, von umrühren.

Natürlich liefert dieser Speicher am Ende ebenfalls warmes Wasser, allerdings ohne optimierte Ausnutzung verschiedener Temperaturbereiche. Das bedeutet Schichtspeicher Oskar lädt um mehr als das 10-fache schneller als der Hygienespeicher aus dem Internet.

Im Ergebnis bedeutet das:

– wesentlich weniger Start-/Stopvorgänge
– keine sinnlosen Brennerlaufzeiten
– weniger Stillstandsverluste durch die Beladung in der kalten Zone von unten
– weniger Stillstandsverluste da keine Anschlüsse in der heißen Zone oben
– höherer Solarertrag durch niedrigere Speichertemperatur am Boden
– höherer Solarertrag durch mehr nutzbares Speichervolumen

Fazit: Bis zu 20% mehr Effizienz (Energieeinsparung) nur durch die Verwendung eines hochwertigen Schichtspeichers vom Fachmann.

Sehen Sie sich die Beladung der beiden Pufferspeicher noch einmal im Zeitraffer-Video an:

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Comments

  1. Frauke Deutsch says:

    Interessant. Wie groß muss denn ein Schichtspeicher für ein Einfamilienhaus sein? Und wie groß ist der Preisunterschied zwischen den beiden getesteten Schichtspeichern?

    • so pauschal lässt sich das nicht beantworten. Aber ein 1000 Liter passt für ein Einfamilienhaus im Grunde schon häufig. Es gibt aber auch 750 Liter, die etwas günstiger sind – mit Solarthermie? Mit Frischwasser? Wieviele Personen im Haushalt? Das sind die Fragen von denen das abhängt.

      Der Preis ist sehr vom Gesamtkonzept abhängig. In unserem Falle liegen beide Speicher bei ca. 3.500 EUR. Die Unterschiede liegen also tatsächlich im Ergebnis. Auf keinen Fall sollte man am Pufferspeicher sparen. Er ist das Herz eines jeden Heizungssystems. Eine Beratung vom Heizungsfachmann tut in jedem Falle gut.

  2. Hallo liebe Profis,
    heißt das dann der Oskar ist sein Geld wert?
    Bin am überlegen, ob ich so ein Ding will/ brauch. Hab 0,0 Ahnung und muss mich auf euch und den Heizungsfachmann verlassen; bin bis jetzt nur „angesosst“ worden.
    Hab schon eine Solaranlage auf dem Dach (allerdings schon 22 Jahre) und die Heizung ist auch schon so alt. War der 1. Monteur, der nur den Speicher austauschen wollte und alles andere integrieren oder nach und nach austauschen.
    EFH, 2-3 Personen, Heizung läuft nur von November-März, sonst nur Brauchwasser und im Sommer macht alles die Sonne.
    Aber ca 5000€ nur für’s Gerät???
    Bin für jede Hilfe und jeden Rat dankbar.

    Sonnige Grüßle

  3. Hallo Elke,
    die Investition in einen hochwertigen Schichtspeicher lohnt sich in jedem Fall. Er ist das Herzstück jeder Heizungsanlage und sorgt für deren Effizienz; oder eben nicht.
    Das liegt daran, wie der Speicher den Zufluss aus verschiedenen Energiequellen (Solarthermie, Gas etc.) verarbeitet. Wie exakt er „schichtet“. Die Kosten für einen Speicher dieser Art (z.B. Oskar) liegen auch nicht bei 5000 sondern deutlich darunter.
    Sag uns deine Postleitzahl und wir nennen dir einen kompetenten, verlässlichen Fachmann in deiner Nähe. Ein Beratungsgespräch lohnt immer.

    • Hui,
      DANKE für die superschnelle Antwort und dass ich als absolut Laie nicht ausgelacht werde.
      Die 5000€ standen im Raum für einen Oskar 750 (?), ist aber noch kein fixes Angebot, aber auch noch keine Arbeitszeit und Material und so dabei.
      Bin 86343 Königsbrunn, wäre für weiter Hilfe echt dankbar.

      Sonnige Grüßle

  4. Spezialisten für Schichtspeicher Technik sind ganz in deiner Nähe. Mit einem 750 Liter Oskar bist du in jedem Falle perfekt für die Zukunft gerüstet. Du kannst auch Stück für Stück modernisieren. Wichtig ist das Herz der Anlage. Und das ist der Schichtspeicher – er ist der Energiemanager. Nicht zu vergessen die günstigen Fördermöglichkeiten der KfW Bank mit Kreditzinsen von 1%!

    Mehr Infos gibt es hier: http://www.energy-mag.com/energie-wenden-geld-sparen/

    Heizungsbauer in deiner Nähe wären:
    86356 Neusäß, Maier Sanitär-und Heizungstechnik GmbH, Ludwig-Thoma-Weg 1, Tel. 08281.2001, maiersolar@googlemail.com;

    86399 Bobingen, Markus Makosch, Peter-Henlein-Straße 8, Tel. 08234.1435, info@shk-makosch.de;

  5. Christoph Bauer says:

    Hallo,

    ich wollte mich in diesem Frühjahr für einen Oskar 06/1000L entscheiden, kombiniert mit einem wasserführenden Vollbrandofen (Walltherm) und ggf. Solarthermieanlage von Ratiotherm.
    Beratung und Konzeptionierung des Anbietenden haben mich bisher vollends überzeugt, allerdings bin ich nach dem Lesen dieses Blogs doch mehr als verunsichert, ob der Preis überhaupt noch angemessen ist. Oben las ich, dass der Oskar deutlich unter EUR 5.000,- liegen soll. Inkl. Material und kompletter Montage im Keller (zuvor zerlegt, er wird im Keller zusammengeschweißt) soll er im mir vorliegenden Angebot jedoch knapp über EUR 10.000,- ohne MwSt. kosten. Ich gehe davon aus, dass dieser Preis nicht mehr angemessen ist, wäre aber über einen Ratschlag sehr dankbar.

    Viele Grüße.

    • Redaktion says:

      Lieber Herr Bauer,

      ein hochwertiger Schichtspeicher mit 1000 Litern hat seinen Preis. Lohnt sich aber in jedem Fall. 5000.- EUR nur für den Speicher sind durchaus realistisch. Auch erscheinen uns die 10.000.- EUR für ein komplettes System mit wasserführendem Ofen nicht überteuert. Hier ein paar Beispiele: http://www.energy-mag.com/energie-wenden-geld-sparen/

      Sie sollten in jedem Fall die günstigen Kredite der KfW nutzen, bei derzeitiger Inflation „sparen“ Sie da Geld. http://www.energy-mag.com/modernisieren-wann-wenn-nicht-jetzt/

      Auch lohnt es sich bestimmt noch ein Gegenangebot einzuholen. Sie finden kompetente Heizungsbauer, die noch dazu mit dem Oskar vertraut sind, auf dieser Seite: http://www.oskar-esgibtnureinen.com/partner/

      • Christoph Bauer says:

        Vielen Dank für die ausführlichen Informationen.
        Möglicherweise liegt aber noch ein Missverständnis vor: die angegebenen EUR rund 10.000,- beziehen sich nur auf den Oskar 1.000L inkl. seiner Installation und inkl. Material. Der Holzofen (Walltherm) ist in diesem Preis noch nicht inkludiert. D.h., ich liege mit beiden zusammen (ohne Solarthermieanlage, die bisher als Option im Raum steht) bei EUR netto rund 16.800,-.
        Ich werde mich via Ratiotherm noch einmal um ein Gegenangebot bemühen.

        • Redaktion says:

          Lieber Herr Bauer,

          das ist natürlich etws anderes, lassen Sie sich noch ein Gegenangebot erstellen. Ein wasserführender Holzofen ist sicher eine tolle Sache, Sie sollten allerdings nicht auf die Solarthermie verzichten, denn nur die liefert Ihnen die Wärme umsonst. Allerdings können Sie auch jederzeit nachrüsten.

          Mit dem erwähnten Kredit der KfW sollte die monatliche Belastung so gering sein, dass da kaum ein Unterschied besteht. Ein kompetenter Heizungsbauer kann Sie auch dahingehend beraten und kennt aktuelle Konditionen. Einen Heizungsbauer in ihrer Nähe finden Sie über die erwähnte Seite, oder über den Hersteller selbst.

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