Smart City: Holland ist uns voraus

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Serie Smart City. Smart City wird eine der treibenden Kräfte der Energiewende Deutschland sein. Ist es heute schon. Smart City heisst, Städte effizienter, intelligenter und nachhaltiger zu gestalten. Hier liegt ein Riesen-Potenzial, denn in Ballungsgebieten wohnen die meisten Menschen und entsprechend wird hier auch am meisten Energie verbraucht. Doch wie so oft hinkt Deutschland hier ordentlich hinterher.


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Holland ist uns voraus. Die beiden größten Städte in den Niederlanden – Amsterdam und Rotterdam – haben der Klimaanpassung einen hohen Stellenwert eingeräumt. Trotz ihrer Unterschiede haben sich beide, sowohl die Touristenhauptstadt Amsterdam als auch die Industriehafenstadt Rotterdam, bis 2025 ehrgeizige Ziele gesteckt.

Amsterdam gilt als eines der zukunftsfähigsten und lebenswertesten kompakten Stadtgebiete weltweit. Laut dem Green City Index von Siemens und einer Studie der Zeitschrift Forbes gehört sie zu den fünf intelligentesten Städten der Welt. Amsterdam hat das Ziel, CO2-Emissionen bis 2025 um 40 % gegenüber 1990 zu senken.

In Rotterdam liegen fast 80 % der Grundfläche unter dem Meeresspiegel, zum Teil bis zu 6 Metern. Von seinem Hafen – dem größten Europas – profitiert die gesamte Wirtschaft der Niederlande. Die überschwemmungsgefährdete Stadt hat eine detaillierte Strategie zur Klimaanpassung eingeführt. Ziel ist es, bis 2025 100 % klimasicher zu sein und die CO2-Emissionen um 50 % gegenüber 1990 zu senken.

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Es steht 2:0 für Holland. Im Fußball würden wir uns bedanken, beim Thema Smart City nehmen wir klaglos hin, dass die Holländer davon ziehen.

Klima und Energie zuerst

Das Amsterdamer Abfall- und Energieversorgungsunternehmen (AEB) ist weltweit führend in der Erzeugung von Strom, Wärme und Produkten aus industriellen, städtischen Abfällen und Abwässern. AEB verwandelt das von Amsterdams Wasserversorgungsunternehmen (Waternet) bereitgestellte Biogas in Strom, Wärme und Kraftstoffe für den Verkehrssektor. Die erste „grüne” Tankstelle, die nur nachhaltige Kraftstoffe anbietet, wurde 2012 in der niederländischen Hauptstadt eröffnet. In dem Jahr hat AEB fast eine Million MWh Strom erzeugt. Zusammen mit dem Energieversorger Vattenfall-Nuon hat AEB 55.000 der 500.000 Haushalte der Stadt mit aus Abfällen erzeugter Wärme beliefert. Bis 2040 sollen in Amsterdam 200.000 Haushalte an dieses Fernwärmenetz angeschlossen sein.

400.000 Tonnen weniger CO2

Die Stadt und der Hafen von Rotterdam führen weiterhin diverse Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Emissionen ein. U.a. werden neue Dampf- und Wärmenetze angelegt. 2012 wurde mit dem Bau eines neuen Rohrleitungsnetzes begonnen, das überschüssigen Dampf aus dem Kraftwerk AVR Rozenburg zu anliegenden Unternehmen leiten soll. Dadurch sinkt der Verbrauch an fossilen Kraftstoffen zur Dampferzeugung vor Ort, und die CO2-Emissionen können um schätzungsweise 400.000 Tonnen pro Jahr gedrosselt werden. Der Dampf soll auch zur ökologisch nachhaltigen Beheizung von 50.000 Geschäfts- und Wohnhäusern dienen.

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Amsterdam und Rotterdam gehören weltweit zu den Top Smart Cities. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Amsterdam, die Touristenmetropole und Rotterdam, die industrielle Hafenstadt. Was machen die Holländer besser wie wir?

1/3 der Holländer fahren hauptamtlich Rad

30% aller Holländer benutzen das Fahrrad als Hauptfortbewegungsmittel. Amsterdam hat mit 650 Ladestationen für Elektrofahrzeuge die meisten weltweit und bereits 10% der Amsterdamer Haushalte heizen mit Abfällen.

Rotterdam hat die meisten Elektro-Autos weltweit und rund 130.000 qm Dachgärten, wie schön. Superlative über Superlative. Außerdem hat Rotterdam 36 Millionen Euro in den Windpark Hartelbrug II investiert. 2012 hat die Stadt die Informationsbörse Nationale LNG-Plattform eingerichtet, um Unternehmen und Behörden zu koordinieren. Diese Online-Plattform soll die Einführung von verflüssigtem Erdgas als alternativen Kraftstoff in den Niederlanden fördern.

Lesen Sie weiter: „Smart City Rotterdam: Dampf, Dachgärten & Windkraft“ >>

Lesen Sie zum Thema „Smart City“ auch unseren Artikel: „Smart wie Amsterdam“ >>

Städte der Zukunft

In der Shell-Studie „New lenses on future cities“ wurden mehr als 500 Städte mit über 750.000 Einwohnern und 21 Metropolen mit über 10 Millionen Einwohnern untersucht. Die Studie teilt die Städte in sechs Grundtypen ein. Für deutsche Städte gibt es viel zu lernen.

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Mehr im PDF „New lenses on future cities“. Zum Download >>

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