Smart Grid auf Dänemarks vielleicht schönster Insel

Smart Grid – Dänische Insel testet intelligentes Stromnetz. Unsere Stromnetze sind nicht geeignet dezentral erzeugten Strom aufzunehmen. Einer der großen Hindernisse für die Energiewende in Deutschland. Das Fraunhofer Institut für Technologie (FIT) hat jetzt ein intelligentes Stromnetz auf der Insel Fur in Dänemark installiert. Ein Testlauf für ein Smart Grid.


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Fur nennt sich selbst „Dänemarks vielleicht schönste Insel“ und wird jetzt sogar vielleicht die smarteste. Fur ist 22,29 Quadratkilometer groß und hat 765 Einwohnern, liegt im Limfjord im Norden von Jütland (Dänemark). Perfekt geeignet als Biotop für ein intelligentes Stromnetz.

Für die Energiewende brauchen wir ein anderes Stromnetz. Es muss ein intelligentes, flexibles Versorgungsnetz sein, das auf Schwankungen von Stromerzeugung und -nachfrage reagiert. Das sogenannte Smart Grid, ein intelligentes Stromnetz, dass von modernen Sensoren überwacht wird und digital vernetzt ist.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT will mit dem Forschungsprojekt „GreenCom“ zeigen, wie das aussehen kann und hat deshalb auf der dänischen Insel Fur ein Test-Netz gebaut.

42 Monate dauerte es, bis ein Monitoring und Kontrollsystem zum Netzlast-Management regionaler Stromnetze zur Verfügung stand. Um den Stromfluss und Angebot und Nachfrage steuern zu können, wurden in 29 Haushalte entweder Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher oder Smart-Home-Installationen integriert. Die Forscher konnten damit haushaltsbezogene Daten über Geräte, Sensoren, Aktuatoren und Smart Meters in Echtzeit sammeln, aggregieren und analysieren.

Das Ziel sind die Smart Cities

„Mit dem GreenCom-Smart Energy Management System haben wir eine Steuerungsplattform entwickelt, die das Energiemanagement voranbringt. Vor allem eignet sie sich auch in definierten Gemeinschaften wie Smart Cities“, so Markus Eisenhauer, Leiter des Forschungsbereichs User-Centered Computing am FIT.

Mit den Daten, die die Wissenschaftler in den Haushalten sammeln, können kurzfristige Vorhersagen von bis zu vier Stunden gemacht werden. Damit ist der Energieaustausch planbar und durch eine zeitversetzte Steuerung können Lastspitzen vermieden werden. Je mehr Bestandteile vernetzt sind, umso besser lassen sich Erneuerbaren-Produktion und Verbrauch ausgleichen.

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Smart Grid oder auch intelligentes Stromnetz bedeutet, „die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Netzbetriebsmitteln in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung. Diese ermöglicht eine Optimierung und Überwachung der miteinander verbundenen Bestandteile. Ziel ist die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs (Wikipedia).

Vor allem die Kombination von Photovoltaik-Anlagen und Batterien spart dem Hausbesitzer Geld und entlastet die Netze. „Haushalte mit Batterien konnten im Schnitt 60 Prozent ihrer selbsterzeugten Solarenergie nutzen“, erklärt Projektmitarbeiterin Daniela Fisseler. Lastspitzen seien in einem Haus um bis zu 70 Prozent für bis zu zwei Stunden reduziert worden. „Kunden mit Batterien waren hochmotiviert, ihre Waschmaschinen und Trockner zu nutzen, wenn die Sonne schien oder die Batterie voll aufgeladen war.“

Nicht getestet wurde die Einspeisung von Strom in die Batterien zur Netzentlastung. Und zwar aus einem einfachen Grund. Es gibt dafür kaum Batterien. Die Hersteller seien an dem Thema allerdings interessiert, erklärt Fisseler. Problematisch ist dabei, dass Batterien nur begrenzte Ladezyklen haben, was in einem Geschäftsmodell berücksichtigt werden müsste.

Smart Grids werden bisher nur in Forschungs- oder Modellprojekten getestet. Der komplette Umbau des Stromnetzes in Deutschland ist zwar nötig, aber ebenso aufwändig.

Einfach erklärt lesen Sie unseren Artikel: „Ausbau der Stromnetze – Smart Grids“ >>

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