So treiben wir die Energiewende voran

Moderne Technologie im Heizungskeller. Aufklärung tut Not. Um die Energiewende in Deutschland zu beschleunigen ist es nötig die Verbraucher vor allem zu dem Thema Wärmewende im eigenen Haus zu sensibilisiern und aufzuklären. Rund 70% unserer Energie wenden wird für das Heizen auf und die allermeisten Heizungsanlagen sind von Anno dazumal (Real: meist mehr als 30 Jahre alt).

Unser Gastautor Matthias Druffel (Geschäftsführer easyHeizung) macht dies als Mann der Praxis. Er sagt: „Moderne Technologie im Heizungskeller ist der Treiber der Energiewende.


Beschleuniger der Energiewende

Windkraftanlagen auf dem Feld, Solarmodule auf dem Dach und Biogasanlagen neben Bauernhöfen – das sind die typischen Bilder der Energiewende. Aber ein besonders großer Hebel der Energiewende schlummert oft unbemerkt in unseren eigenen Kellern: Die private Wärmegewinnung. Sie bietet nicht nur gesamtwirtschaftlich ein riesiges Einsparpotenzial, sondern eröffnet jedem einzelnen Verbraucher viele persönliche Vorteile. Und das beste: Nie war es einfacher und preiswerter als jetzt, auf moderne Technologie umzusteigen. Die effiziente Wärmeerzeugung braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Denn sie bringt uns auf dem Weg zur drastischen wie nachhaltigen Senkung des CO2-Ausstoßes einen enormen Schritt voran.

Die Energiewende aus dem Heizungskeller

Rund 50% der Gesamtenergie, die Tag für Tag in ganz Deutschland verbraucht wird, ist thermische Energie, die zum Heizen genutzt wird. Damit stellt Heizenergie den weitaus größten Anteil des Energieverbrauchs dar, noch vor den Kraftstoffen (30%) und der Elektrizität (20%). Wollen wir also die Energiewende maximal vorantreiben, ist eine Wärmewende der sinnvollste und effektivste Schritt überhaupt.

Davon können vor allem private Haushalte profitieren. Denn hier stellt die Heizenergie mit rund 70% vom Gesamtverbrauch den Löwenanteil der benötigten Energie dar. Allein für Raumwärme gaben deutsche Verbraucher im vergangenen Jahr rund 50 Milliarden Euro aus, für Warmwasser kamen noch etwa 15 Milliarden Euro hinzu. Ein enormes Einsparpotenzial für Hausbesitzer.

Hebel für die Hausbesitzer

Besonders großes Einsparpotenzial liegt bei mehr als 70% aller privaten Heizungen. Denn sie sind überwiegend älter als 20 Jahre. Rund 700.000 Heizungen von ihnen laufen sogar schon länger als 32 Jahre. Dies sind wahre Energievernichter, durch deren Austausch man schnell 30% und mehr einsparen kann.

Veraltete Heizungspumpen verschwenden zudem übermäßig viel Strom. Aktuell sind 4 von 5 Gebäuden in Deutschland mit veralteten Pumpen ausgestattet. Ein Haushalt kann allein durch den Pumpentausch über 80% des Stromeinsatzes sparen. Gesamtwirtschaftlich gesehen könnten wir bei 42 Millionen Pumpen deutschlandweit schnell 14 Terrawattstunden Strom einsparen. Das entspricht der Leistung von fast vier mittelgroßen Kohlekraftwerken.
Privatverbraucher sparen besonders einfach

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Das Wärmesystem eines modernen Niedrigenergiehauses. Bei der Wärmewende – ob bei der Dämmung oder im Heizungskeller – gibt es noch viel zu tun. Gleichzeitig schlummert aber hier auch das größte Einsparungspotenzial.

Ausfuhrkontrolle und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) laufen, sind die Investitionskosten für Heizungsmodernisierungen derzeit besonders leicht zu schultern. Zudem helfen innovative Heizungsanbieter wie easyHeizung ihren Kunden sowohl bei der Auswahl der passenden Heizung als auch bei den Antragsformalitäten und sorgen für den verlässlichen, bequemen Austausch der Heizkessel- und Pumpanlage. Darum bleibt die Sanierungsquote hinter den Erwartungen zurück. Warum ist die Sanierungswelle also nicht schon im vollen Gange? Wir sehen dafür drei wesentliche Gründe:

Zum einen prüfen Schornsteinfeger als Kontrollinstanz fast ausschließlich die Einhaltung der Emissionswerte und nicht den Gesamtwirkungsgrad der Heizanlage. Zudem fürchten sie Umsatzeinbußen in den Folgejahren nach einer Heizungsmodernisierung. Deshalb sprechen sie sich häufig wider besseren Wissens für den Verbleib der ineffizienten Heizung aus. Das Nachsehen hat der Verbraucher, dem diese Empfehlung Jahr für Jahr deutlich zu hohe Energiekosten beschert.

Zu wenig Wissen bei Vermietern ist ein weiterer Grund für die zögerlich laufende Wärmewende. Denn vielen ist nicht klar, dass die energetische Modernisierung nicht nur dem Mieter, sondern auch dem Eigentümer selbst zugute kommt. Solang sich hieran nichts ändert, wird nur ein geringer Teil der Vermieter in die Modernisierung ihrer Heiztechnik investieren.

Last but not least laufen gesetzliche Vorgaben oft in die falsche Richtung. Ein Beispiel liefert das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EWärmeG) des Landes Baden-Württemberg. Es fordert, dass nach dem Austausch zentraler Heizungsanlagen in bestehenden Gebäuden der Wärmebedarf zu 15 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Das macht die Heizungsmodernisierung teurer. Viele Hausbesitzer scheuen daher die zusätzlichen Kosten und verzichten so lange auf den Austausch, bis die Heizung einen Total-Ausfall erleidet.

Bewusste Verbraucherentscheidungen sind gefragt

Wichtig für die Wärmewende sind gut informierte Verbraucher. Denn selbst kostengünstige Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich, der eine Einsparung von 10 bis 15% der Energiekosten bringen kann, oder der Austausch der alten Heizungsumwälzpumpen, durch den sich die Stromkosten um über 80% reduzieren lassen, werden von Handwerkern eher selten aktiv angeboten. Und das, obwohl beide Maßnahmen derzeit mit 30% Direktförderung unterstützt werden. Der Grund dafür ist die technische Komplexität dieser Leistungen bei verhältnismäßig geringem Ertrag für die Handwerker.

Der Schlüssel zur Energiewende aus dem Heizungskeller liegt also in der kundenzentrierten Aufklärung der Verbraucher. Einfache Konzepte, die den Heizungsbesitzer in den Mittelpunkt stellen und ihn umfassend informieren, führen über kurz oder lang zur Energiewende, die dem Umwelt- und Kostenbewusstsein der Bevölkerung gerecht wird.

Über den Autor

Matthias Druffel, hat an der Fachhochschule Köln Versorgungstechnik mit der Fachrichtung: Technische Gebäudeausrichtung studiert. In leitenden Funktionen verantwortete er bei einem großen Anlagenbauer verschiedene Geschäftsbereiche, u.a. das Wärme-Contracting und den Anlagenbau. Matthias Druffel beschäftigt sich bereits seit 2008 aktiv mit der automatisierten und standardisierten Auslegung von Heizungsanlagen. 2014 gründete er das Startup easyHeizung – der Online-Anbieter für die bundesweite Lieferung und Montage von Heizanlagen. easyHeizung verkürzt seitdem den Angebotsprozess für den Austausch von Heizungsanlagen auf ein Minimum.

Der Artikel erschien zuerst auf: www.dialog-energie-zukunft.de/

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