So werden Hausbesitzer energieautark

Der Stromspeicher – so lohnt er sich. Es war lange Jahre der Traum vieler Besitzer einer Fotovoltaikanlage: Ihren Strom nicht nur ins Netz einzuspeisen, sondern ihn zu 100 Prozent selbst zu verbrauchen. Bisher fehlten aber die dafür nötigen Batterien, um den Strom für wolkige Tage oder die Nacht zu speichern. Das ändert sich jetzt, denn immer mehr Unternehmen bringen Keller-Akkus auf den Markt.

Inzwischen lohnt es sich den Strom vollständig selbst zu nutzen. Durch die Änderung der Einspeisevergütung für Fotovoltaikanlagen, sie ist auf unter 20 Cent pro Kilowattstunde gesunken, werden damit auch Stromspeicher attraktiver.

Gleichzeitig kostet der Strom aus der Steckdose in manchen Regionen mittlerweile schon mehr als 25 Cent. Hier steigen die Preise. Je breiter diese Schere wird, je attraktiver der Eigenverbrauch und damit die Investition in einen Stromspeicher.

Bisher war es so, dass Solaranlagenbesitzer bei geschicktem Timing nur auf eine Eigennutzung von 30 Prozent kamen. Waschmaschinen und regelbare Kühl- und Gefrierschränke liefen dann, wenn die Sonne schien.


Zukunft Stromspeicher? Haben wir bald alle eine Batterie von Stromspeichern im Keller?

Akkus, die Strom speichern, können diesen Anteil erheblich erhöhen. Die Batterien nehmen den Strom vom Dach auf, wenn er nicht sofort verbraucht wird und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Bisher scheiterten Solaranlagenbesitzer an den hohen Kosten für solche Systeme. Doch das ändert sich.

HomePower solar, zum Beispiel, heißt das Stromspeicher-System von RWE, das zugleich Managementfunktionen übernimmt. Außer als Stromspeicher fungiert es als intelligenter Manager zwischen den Solarzellen auf dem eigenen Dach, den Geräten im Haushalt und dem öffentlichen Stromnetz, das den Restbedarf beisteuert. Der Eigenverbrauch lässt sich durch ein solches System auf 70 Prozent und mehr hochschrauben.

Eine Investition für 20 Jahre

Der kleinste Speicher im Angebot, der rund sechs Kilowattstunden aufnehmen kann, kostet 15.500 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für den Einbau und die der Solarzellen, die mit gut 1.000 Euro pro Kilowattstunde Strom peak veranschlagt werden müssen (bei maximaler Sonneneinstrahlung werden pro Stunde eine Kilowattstunde Strom erzeugt).

Ein zunächst einmal stolzer Preis für die Autonomie. Bedenkt man jedoch die Lebensdauer von 20 Jahren durchaus eine lohnende Investition. Was die folgende Rechnung belegt:

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt zahlt bei einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden bei einem angenommen Preis von 25 Cent pro Kilowattstunde pro Jahr 1.250 Euro für Strom aus dem Netz. Setzt man einen Stromspeicher ein, sinken die Kosten bei Berücksichtigung der Einspeisevergütung und der Einsparung durch selbst erzeugten Strom von 1.250 auf knapp 100 Euro pro Jahr. Damit lässt sich tatsächlich eine Amortisationszeit von etwa 20 Jahren erreichen.

Wahrscheinlich geht es sogar schneller. Denn der Strompreis steigt stetig an, im kommenden Jahr allein wegen der Abgaben nach dem Erneuerbare Energien Gesetz um rund zwei Cent pro Kilowattstunde. Und manche Versorger, so klagt Bundesumweltminister Peter Altmaier, satteln noch ein bisschen drauf.

Außer Neueinsteiger RWE bieten unter anderem Aleo Solar in Oldenburg, Conergy Deutschland und Solarworld in Bonn Solarstromspeicher an. Die Bonner setzen allerdings Bleiakkus ein, die nur zur Hälfte entladen werden dürfen. Deren System, das Solarzellen mit 6,5 Kilowatt peak und einen Akku mit einer Kapazität von 6,9 Kilowattstunden umfasst, ist mit einem Startpreis von knapp 20000 Euro insgesamt günstiger als das von RWE.

Zu beachten gilt: Geräte, die Drehstrom brauchen, im wesentlichen also Durchlauferhitzer, Elektroherd und Backofen, können die meisten Solarstromspeicher nicht versorgen.


Nicht nur wenn die Sonne scheint. Moderne Speicher machen Fotovoltaik immer attraktiver.

Die Preise sinken – der Strompreis steigt

Verbraucher können sich darauf freuen, dass die Preise für große Heimakkus in den kommenden Jahren sinken, weil Hersteller sie in größeren Stückzahlen fertigen. Denn außer für Solaranlagen werden sie auch für Elektroautos benötigt, deren Boom tatsächlich noch kommen wird.

Spätestens dann lohnt es sich erst richtig, Solarzellen für den Eigenverbrauch auf dem Dach zu haben, zumal deren Preis in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken ist. Solarzellen mit einer Leistung von einem Kilowatt peak kosten heute zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Vor zehn Jahren waren es noch 15.000 Euro.

In Zukunft: nur mit Stromspeicher

Wer sich für eine Lösung ohne Stromspeicher entscheidet, muss mittlerweile sogar schon sehr genau rechnen, ob sich der Kauf einer Solaranlage derzeit noch lohnt. Denn die Einspeisevergütung, deren Höhe vom Tag der Inbetriebnahme abhängt, reduziert sich pro Monat um mindestens ein Prozent. Für Anlagen, die im Dezember 2012 den ersten Strom ins Netz einspeisen, sind es – für 20 Jahre garantierte – 17,45 Cent pro Kilowattstunde.

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Comments

  1. Photovoltaik….

  2. Von Duden empfohlene Schreibung:
    Fotovoltaik
    Alternative Schreibung:
    Photovoltaik

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