Solarstrom als Geldanlage – so geht’s

Trotz Krise in der Fotovoltaikbranche bleibt Solarstrom attraktiv für Anleger. Mit direkten Investitionen können Anleger gute Renditen einfahren – wenn die Businesspläne stimmen. Die von der Bundesregierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) jüngst festgelegte Absenkung der Einspeisevergütung ändert nach Ansicht von Fachleuten wenig an den Renditen. Hier die Fakten.

TV-Sternchen Daniel Küblböck hat es getan – und ist damit reich geworden. Nicht durch seine Teilnahme an der ersten „DSDS“-Show; so hat er zwar viel Geld verdient, die Kohle scheffelt er aber mittlerweile in Niederbayern. Dort hat er in ein Solaranlagenfeld investiert und kann nach eigener Aussage sehr gut von den Rückflüssen leben. Auch für Privatanleger besteht diese Chance. Denn trotz der Krise unter den deutschen Fotovoltaikproduzenten dürfte der weitere Ausbau der Solarenergie voranschreiten – und Solaranlagen garantieren regelmäßige Einnahmen durch die staatliche Einspeisevergütung und sind somit eine vergleichsweise sichere Geldanlage.

Geldanlage: Mit Solarstrom absahnen

Immer mehr Firmen bieten deswegen Direktinvestments in Freiflächenanlagen. Das Prinzip: Mehrere Dutzend Privatanleger finanzieren eine größere Solaranlage, indem sie jeweils eine Parzelle davon kaufen. Die Planung und den Bau übernimmt ein spezialisiertes Unternehmen, in der Regel liegen auch Betrieb und Wartung der Anlage in dessen Hand. All diese Leistungen bezahlt der Investor und kassiert im Gegenzug über 20 Jahre hinweg die garantierte Einspeisevergütung für seine Module.

Geld vom Staat – so geht’s

Förderung Die Bundesregierung will über die sogenannte Einspeisevergütung bestimmte Arten der Energiegewinnung fördern. Jeder, der beispielsweise Strom über eine Solaranlage erzeugt, bekommt dafür Geld vom Staat – mit einer Garantie von 20 Jahren.

Kürzung Dennoch hat die Koalition Anfang 2012 beschlossen, die Vergütung zu reduzieren – um rund 20 Prozent bei kleinen Dachmodulen und 30 Prozent bei großen Freiflächenanlagen.


Strom hat aus der Steckdose zu kommen. Ein Riesenmarkt, auch für Privatanleger.

Glaubt man den Businessplänen der Anbieter, versprechen derartige Investments nach Abzug der Kosten eine Rendite von etwa sieben Prozent pro Jahr. Wolfgang Kubatzki von der Ratingagentur Feri rät jedoch zur Vorsicht. Der Fotovoltaikspezialist warnt vor dem verhältnismäßig kleinen Marktsegment mit seinem Mangel an Transparenz. „Jeder Anleger sollte sich in die jeweilige Konzeption einlesen und möglichst viele Informationen einholen.“ Wichtig seien insbesondere Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit des Emittenten.

Zudem sollten Investoren nach Kubatzkis Ansicht das politische Risiko ins Kalkül ziehen: „Je nach Ort der Anlage lässt sich nur schwer abschätzen, ob die Rahmenbedingungen nachhaltig gelten.“ So sei zweifelhaft, ob Spanien die versprochene Einspeisevergütung in zehn Jahren tatsächlich noch zahlt. Auch verspricht die Suche nach sonnigen Orten nicht unbedingt mehr Rendite. So seien die spanischen Anlagen erheblich teurer als die in Deutschland, sagt Jörg Weber vom Branchendienst Ecoreporter.de. Er hat zahlreiche Businesspläne durchgearbeitet und verglichen. Das Ergebnis: Der höhere Preis in Spanien verteile sich auf viele Einzelleistungen aller Beteiligten. „Jeder erhöht gerade so viel, dass es noch nicht unmoralisch wirkt.“

Einen genauen Blick sollten die Anleger grundsätzlich auf die Kalkulation werfen. Für Weber kommt es hier beispielsweise auf einen fairen Preis an. Pro Leistungseinheit, Kilowatt-Peak (kWp) genannt, sollten demnach etwa 1000 bis 1400 Euro reinkommen. „Auch sollten mögliche Leitungsverluste eingeplant sein“, sagt der Fachmann. Darüber hinaus sollten sich Anleger laut Weber erkundigen, ob es ein Ertragsgutachten gibt und ob eine Versicherung für bestimmte Ertragsausfälle einspringt. Und: keine Investition, ohne den Ort der geplanten Anlage zu kennen. „Nur so lässt sich erkennen, ob in einigen Jahren nicht Bäume davor wachsen oder gerade eine Lärmschutzwand gebaut wird“, sagt Weber.

Stimmt das Konzept des Solarparks, hält er Direktinvestments in parzellierte Anlagen für eine gute Anlagemöglichkeit. Wenn eine solche Freiflächenanlage ordentlich erstellt werde, seien die Preise sogar günstiger als bei einer eigenen Anlage auf dem Dach. Nach Erfahrung von Ecoreporter.de sind dann Renditen zwischen fünf und sechs Prozent pro Jahr realistisch. Interessenten sollten sich jedoch kurzfristig nach geeigneten Angeboten umschauen. Erfahrungsgemäß sorgt die Nachfrage dafür, dass die begrenzten Parzellen schnell verkauft sind. Als Anbieter treten zum Beispiel Consilium, Deutsche Solarinvestment, Solverde oder UDI auf.

Renditen bleiben top

Die von der Bundesregierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) jüngst festgelegte Absenkung der Einspeisevergütung ändert nach Ansicht von Fachleuten wenig an den Renditen. Jörg Weber verweist auf die parallel ebenso fallenden Anlagenpreise. „Dazu kommt, dass die Vergütung für Freiflächenanlagen gar nicht mehr weit von den aktuellen Kursen an der Strombörse entfernt ist“, sagt er. „Man hat also fast den Wettbewerbspreis erreicht.“ Die Absenkung sollte Interessenten daher nicht übermäßig verunsichern.

Neben den Renditen gibt es noch einen weiteren positiven Effekt: Die Anschaffungskosten werden über 20 Jahre hinweg steuermindernd angerechnet – bei Mindestinvestitionssummen von 50.000 Euro kommt da einiges zusammen.

Quelle: Financial Times Deutschland/Geldanlage

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