Speicherpotenziale unter der Erde

Unterirdische Speicher_Energy-Mag

Welches Potenzial haben unterirdische Energiespeicher? Dieser Frage gehen Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nach und untersuchen im Verbundprojekt ANGUS+ die geowissenschaftlichen Grundlagen für unterirdische Speicher. Der Fokus liegt dabei auf der Speicherung von Erdgas, Wasserstoff und Druckluft in Kavernenspeichern, Porenspeichern sowie der Speicherung von Wärme im oberflächennahen Untergrund.


Unterirdische Speicher_Energy-Mag
Im Projekt ANGUS+ gehen Wissenschaftler der Frage nach, welches Potenzial unterirdische Speicher haben. Dazu wollen die Forscher die Schutzgebiete für Grundwasser, Flora und Fauna in Einklang mit einer möglichen Nutzung des Untergrunds bringen. © Sebastian Bauer

Ein stärkerer Netzausbau und der Einsatz von Energiespeichern sind notwendig, um den Energieüberschuss, zum Beispiel aus Solaranlagen oder Windparks, sinnvoll nutzen zu können. „Unterirdischen Energiespeichern wird dabei aufgrund der potenziell großen Speicherkapazitäten und der Nähe zu Energie produzierenden Unternehmen eine große Rolle zugeschrieben“, erklärt der Verbundkoordinator Professor Sebastian Bauer von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

ANGUS+ steht für „Auswirkungen der Nutzung des geologischen Untergrunds als thermischer, elektrischer oder stofflicher Speicher im Kontext der Energiewende“.

In einem ersten Schritt werden am Computer Szenarien festgelegt, die als Berechnungsgrundlage dienen. Mithilfe experimenteller Arbeiten vor Ort sollen dann thermische Bodeneigenschaften erkundet sowie ein geochemisches Verständnis des Bodens erworben werden. Vergangene Woche stellten die Wissenschaftler ANGUS+ der Öffentlichkeit vor.

Um das Speicherpotenzial in schleswig-holsteinischen Böden ausloten zu können, wollen die Forscher die geowissenschaftlichen Grundlagen für unterirdische Speicher erforschen. „Dabei konzentrieren wir unsere Untersuchungen auf die Speicherung von natürlichem und künstlichem Erdgas, Wasserstoff und Druckluft in Kavernenspeichern und Porenspeichern sowie die Speicherung von Wärme im oberflächennahen Untergrund“, erklärt Bauer. Mögliche Auswirkungen dieser Optionen sollen außerdem mit der an der Erdoberfläche bestehenden Infrastruktur und den ausgewiesenen Schutz- und Vorranggebieten verknüpft werden.

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Porenspeicher – ehemalige Erdgasförderstätten

Porenspeicher verwenden vorhandene geologische Formationen für die Erdgasspeicherung. Sie liegen in einer Tiefe von 500 bis 1.500 Metern und bestehen aus porösem Speichergestein, das ähnlich wie ein Schwamm das Gas aufsaugt. Als Speicher dienen meist ausgeförderte Erdgaslagerstätten (Feldspeicher) oder Gesteinsschichten, aus denen das vorhandene Wasser durch eingepresstes Erdgas verdrängt wurde (Aquiferspeicher).

Kavernenspeicher in Salzstöcken

Bei Kavernenspeichern handelt es sich um Hohlräume in Salzstöcken, die künstlich aus dem Salzgestein herausgelaugt wurden. Durch die umgebende Salzschicht kann kein Gas entweichen. Die zylinderförmigen Hohlräume liegen bis zu 2.500 Meter unter der Oberfläche. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 80 Meter und eine Höhe zwischen 50 und 500 Meter.

Leuchtturmprojekt der Förderinitiative Energiespeicher

ANGUS+ wird vier Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 7,5 Millionen Euro unterstützt. Es ist eines der Leuchtturmprojekte, welches im Rahmen der „Förderinitiative Energiespeicher“ der Bundesregierung gefördert wird. Unter der Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel arbeiten die Forscher mit Partnern am Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, am Potsdamer Helmholtz-Zentrum und an der Ruhr-Universität Bochum zusammen.

Zum Originalartikel des Forschungsprojekts Energiespeicher der Bundesregierung >>

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