Strom an Kunden verschenken

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Pilotprojekt für Smart Grid. Strom an Kunden verschenkt. Das ist mal was, in Zeiten steigender Energiekosten, die man fast als explodierend bezeichnen kann, verschenkt der Leipziger Stromspeicherspezialist Deutsche Energieversorgung den Strom an Kunden, die am Projekt Economic Grid teilnehmen. Warum tut der Energieversorger das? Und was steckt hinter dem Projekt Economic Grid.


Die Solarzellen auf dem Dach sind im Sommer treue Stromlieferanten für den Direktverbrauch und die Pufferbatterie im Keller. Im Herbst und Winter machen sie dagegen schlapp. Windstrom hingegen wird im Herbst und Winter häufig im Überfluss produziert, der sich dann aber nur zum Nulltarif an der Strombörse verkaufen lässt.

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Weht der Wind, will der Leipziger Stromspeicherspezialist Deutsche Energieversorgung Windstrom in die Speicherbatterien seiner Kunden hinein verschenken.

Davon profitieren bisher nur Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken, vor allem im Ausland, die den Billigstrom gewissermaßen zwischenlagern, um ihn bei Strommangel teuer zurückverkaufen zu können.

Puffern, speichern, Strom verdienen

Jetzt sollen auch Kunden des Leipziger Stromspeicherspezialisten Deutsche Energieversorgung in den Genuss kostenlosen Stroms kommen und zwar wenn ihre Solaranlagen Pause machen. Die Teilnehmer am Projekt Economic Grid bekommen nun vom Energieversorger 800 Kilowattstunden Strom pro Jahr geschenkt, die direkt in ihre Speicherbatterien fließen und zwar immer dann, wenn zuviel Windstrom im Netz vorhanden ist.

Die Zielgruppe für den eher ungewöhnlichen Vorstoß des Energieversorgers: Besitzer von Solaranlagen mit Speicherbatterie, die die Leipziger unter dem Namen Senec verkaufen. 2500 der 4500 Besitzer der Senec-Akkus haben sich bisher zur Teilnahme an dem Projekt entschlossen.

Wer zusätzlich in einen elektrischen Heizstab investiert, um Brauchwasser zu erwärmen oder die Heizung zu unterstützen, bekommt weitere 2500 Kilowattstunden pro Jahr, die nur zur Wärmeerzeugung genutzt werden können.

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Scheint die Sonne soll alles so bleiben wie bisher, die Solaranlage befühlt die Speicherbatterie für den Eigenverbrauch.

Wir wollen nichts verdienen

Der Beweggrund der Leipziger ist einfach: „Wir wollen an Econamic Grid nichts verdienen“, sagt Rico Kleindienst, der Marketing Manager des Unternehmens, „sondern unser Pufferspeicherangebot attraktiver machen.“

Denn an Tagen mit hohem Überangebot an Windstrom, die sich im Herbst und Winter häufen, ist so genannte negative Regelenergie gefragt, also Kunden, die Strom abnehmen. Die privaten Batterien der Solaranlagenbesitzer sind dafür bestens geeignet, weil sie wegen Sonnenmangels seltener aufgeladen werden als im Sommer. Ein Unternehmen, das Abnehmer für den überflüssigen Strom im Netz garantieren kann, erhält dafür eine Vergütung, die um ein Vielfaches höher sein kann als der Preis für Haushaltsstrom. Damit finanziert das Leipziger Unternehmen sein Projekt.

Negative Regelleistung wird ebenso wie positive viertelstündlich ausgeschrieben. Wer sie zur Verfügung stellen kann nimmt an der Versteigerung teil. Die Vergütung ist umso höher, je weniger Abnehmer sich finden. Regelleistung wird benötigt, um das Stromnetz zu stabilisieren, das durch die zeitweise stark schwankende Einspeisung von Wind- und Solarstrom massiv belastet wird.

Vorbild für ein Smart Grid

Mit seinem Projekt ist das Unternehmen aus Leipzig auch ein Pionier auf dem Feld des Smart Grid, eines intelligenten Stromnetzes, von dem Experten zwar seit Jahren sprechen, das bisher aber über die Theorie nur wenig hinauskommt.

Für die Steuerung seines Batterieparks betreibt die Deutsche Energieversorgung einen zentralen Datenserver, der die Verteilung des Stroms an alle Senec-Speicher koordiniert. Bei einem Überangebot an Strom fließen aus dem Netz stündlich bis zu 2,5 Kilowattstunden in eine Pufferbatterie (der Tagesverbrauch eines Durchschnittshaushaltes liegt bei rund 11 Kilowattstunden).

Lesen Sie zum Thema Smart Grids auch „Ausbau der Stromnetze – Smart Grids“ >>

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