Strom aus Wind und Sonne

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Doppelkraftwerk: Dachmodul produziert Strom aus Wind und Sonne. In aller Regel funktioniert die Energiewende so: wenn die Sonne scheint, dann weht kein Wind; und wenn der Wind weht, dann scheint keine Sonne. Egal welche der beiden erneuerbaren Energien man also nutzt, man ist starken Schwankungen in der Verfügbarkeit ausgesetzt. Es sei denn… ein Schweizer Unternehmen versucht nun Wind und Sonne in nur einen Modul zu vereinen.


Das „WindRail“ des Schweizer Erfinders Sven Köhler kombiniert Wind- und Sonnenenergie für die Stromerzeugung und soll genügend umweltfreundlichen Strom für einen Zwei-Personen-Haushalt produzieren.

Das WindRail ist im Grunde ein Kasten mit einer Grundfläche von vier Quadratmetern. Darin verbirgt sich der Generator für die Nutzung der Windenergie. Installiert wird das WindRail am Rand des Daches. Dabei sind die Windturbinen in Form eines Schaufelrades in einen mannshohen Kasten eingelassen, der direkt über der Traufe sitzt, also dem Übergang von der Fassade zum Dach. Hier treibt der Wind, der auf die Fassadenkante trifft, die Turbinen an.

Um sie weiter zu beschleunigen, wird der Druckunterschied zwischen Fassade und Dach genutzt. Die Luft strömt durch diese Sogwirkung 20 Prozent schneller in die Turbine.

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Der erste WindRail-Prototyp. Seit Mitte Dezember ist er auf einem Gebäude in Marthalen in der Schweiz installiert und wird getestet. Quelle: Anerdgy

Anerdgy-Gründer Sven Köhler will seine Technik noch in diesem Jahr fertig entwickeln und 2015 auf den Markt bringen. Sein Versprechen: Im besten Fall kann ein Hausbesitzer damit an 330 Tagen im Jahr Strom erzeugen. Im schlechtesten Fall sollen es immer noch 220 Tage sein.

Dabei sind die Windturbinen in Form eines Schaufelrades in einen mannshohen Kasten eingelassen, der direkt über der Traufe sitzt, dem Übergang von der Fassade zum Dach. Die Solarzellen werden auf der Oberseite des Kastens angebracht. Voraussetzung für die Installation ist ein Flachdach auf das der Kasten wie ein Gesims aufgesetzt werden kann und ein entsprechend großes Haus.

An der Dachkante weht mehr Wind

An der Dachkante weht der Wind oft besonders stark, weil das Haus die Luft gegen die Kante drückt. Somit kann das Windrad hier sehr effizient Strom erzeugen. Außerdem nutzt die Anlage den Druck zwischen Dachkante und Flachdachseite. Die Luft strömt durch diese Sogwirkung nochmals 20 Prozent schneller in die Turbine und kann somit die Effizienz verbessern.

Ein Modul hat dabei eine Grundfläche von vier Quadratmetern. An der Oberseite des Aufbaus erzeugen Solarzellen mit 1000 Watt Leistung je nach Witterung sogar mehr Strom als die 1000 Watt starke Windturbine.

In windärmeren Regionen wie der Schweiz werden daher vor allem die Solarpanels zum Einsatz kommen, während beispielsweise in Norddeutschland das Windrad den Löwenanteil der Energie liefern wird.

Ein standardisiertes Modul von Anerdgy soll für 2000 Euro erhältlich sein. Damit die Ästhetik nicht zu kurz kommt, lässt sich die Form des vorderen, sichtbaren Bereichs farblich gestalten und der Architektur anpassen.

Je nach Anzahl der Module und den Wetterverhältnissen kann WindRail zwischen 1500 und 3500 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Im besten Fall amortisieren sich die reinen Modulkosten also schon nach zwei Jahren.

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Das WindRail nutzt neben dem Wind auch die Sonne zur Energieerzeugung und lässt sich deshalb fast überall einsetzen. Bildquelle: Anerdgy

Großer Markt für Kleinwindanlagen

Die studentische Initiative oikos consulting der Universität St. Gallen errechnete für Anerdgy ein potentielles Marktvolumen von zwei Milliarden Euro in zehn europäischen Ländern. Etwa jedes hundertste Haus soll in der Schweiz für eine Installation des WindRails geeignet sein. In den windreicheren Ländern Deutschland und England besteht sogar ein noch größeres Potenzial. Vor allem Lagerhallen und Einkaufszentren wären perfekt für das Modul geeignet.

In Deutschland wird Anerdgy WindRail im Frühjahr auf der Hannover Messe vorstellen und versuchen, einen Teil des hiesigen Marktes für dezentrale Kleinwindanlagen zu erobern.

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