Studie beweist: Energieeffizienz hinkt hinterher

Das Deutsche Energiespar-Defizit ist größer als erwartet, bei der Energieeffizienz muss noch viel aufgeholt werden, dabei ist Effizienz günstiger als Erzeugung und Verteilung. Dies beweist eine Studie des Beratungsunternehmens Ecofys, die im Auftrag der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) erstellt und letzte Woche in Berlin vorgestellt wurde.

Um die Energiesparziele der EU zu erreichen, bedarf es weiterer Anstrengungen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Ecofys, die im Auftrag der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) erstellt und letzte Woche in Berlin vorgestellt wurde, werden bestehende Förderprogramme und Vorgaben jährlich voraussichtlich nur 0,7 Prozent Energieeinsparung statt der von der EU geforderten 1,5 Prozent bewirken. Diese Lücke entspricht in etwa dem Endenergieverbrauch zweier Großstädte oder der Stromerzeugung zehn Großkraftwerken im Jahr (379 Billiarden Joule).

Nach der Veröffentlichung der neuen Energieeffizienzrichtlinie im Amtsblatt der EU, am 25.10., bleiben der Bundesregierung noch etwas mehr als 18 Monate Zeit, zusätzliche Maßnahmen zum Aufholen dieses Rückstands beim Energiesparen vorzulegen. Andernfalls droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren, wobei dies vermutlich eine neue Bundesregierung betreffen würde und erfahrungsgemäß dabei nicht viel passiert.

Stellenwert der Energieeffizienz muss steigen

Ecofys-Geschäftsführer Carsten Petersdorff: „Eine gewisse Lücke zu den EU-Zielen war zu erwarten. Die festgestellte Einsparlücke aus unserer Hochrechnung zeigt nun einen erheblichen Handlungsbedarf. Das heißt: Nur wenn die bestehenden Energieeffizienz-Maßnahmen konsequent weitergeführt werden und bald durch zusätzliche politische Maßnahmen ergänzt werden, sind die EU-Ziele und die Energiewendeziele der Bundesregierung zu halten.“

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) ist dennoch optimistisch: „Das ist der Weckruf für die deutsche Energiepolitik und es lohnt sich, die EU-Ziele zu schaffen. Die Kosten für Erzeugung und Netzausbau purzeln gewaltig, wenn wir Energie in der Größenordnung von zehn Großkraftwerken einsparen. Den Rückstand aufholen heißt auch, mit Effizienzlösungen ‚made in Germany‘ Nachfrage und Beschäftigung zu sichern. Das passiert aber nicht von selbst. Ab jetzt muss die Energieeffizienz mindestens gleichrangig mit der Erzeugungsseite behandelt werden.“

Kosten für Effizienz-Maßnahmen geringer als für Erzeugung und Verteilung

Die neue EU-Richtlinie schafft jetzt zusätzlichen Druck für Deutschland, die bestehenden technischen Einsparmöglichkeiten zielstrebiger zu nutzen. Unternehmen wie Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) hoffen darum auf eine schnelle nationale Umsetzung: „Es gibt gute Ansätze, wie ein Effizienzboom in Deutschland gelingen kann. Leider hat sich die Politik bislang auf die Energieerzeugungsseite fokussiert. Dabei kosten Anreizprogramme zur Einsparung von Strom nur ein Drittel dessen was für Erzeugung und Verteilung einer kWh zu veranschlagen ist. Wir hoffen, dass spätestens der Wahlkampf zum Ideenwettbewerb für Energieeffizienz wird“, so der BSH-Effizienzexperte Dr. Peter Böhm.

Zum Download der Studie >>

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