Supermarkt der Zukunft spart 1/3 Energie

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Die Gebrüder Albrecht wussten schon immer wie man spart. Nicht nur haben sie Deutschlands ersten und größten Lebensmittel-Discounter aufgebaut, sondern im Gleichschritt wurden beide zu den reichsten Männern Deutschlands, zu Milliardären, mit Discount. Nun nimmt Aldi die nächste Hürde und will seine Supermärkte zu Super-effizienten Energiesparmärkten umrüsten. Der erste Energie-Spar-Markt ist bereits fertig und steht in Rastatt bei Stuttgart. Viele weitere sollen folgen.

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Der Aldi-Futurestore spart 1/3 der Energie

Die Energiesparfiliale des Discounters Aldi Süd in Rastatt soll für Kälteerzeugung, Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung nur zwei Drittel der gewöhnlich erforderlichen Primärenergie benötigen. Eine eigens entwickelte, an Erdsonden gekoppelte Kälteverbundanlage mit Kohlendioxid als Kältemittel sorgt nicht nur für gekühlte Lebensmittel, sondern auch für einen wohltemperierten Innenraum. Das im Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelte Energiekonzept wird abgerundet durch eine gut gedämmte Gebäudehülle, Tageslichtnutzung und eine effiziente Lüftung.

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Kühltheken sind die größten Energieverbraucher in Supermärkten. So setzt der Pilotmarkt in Rastatt auf eine neuartige Kältemaschine im Kälteverbund mit dem Erdreich.

Von außen unterscheidet sich der am Passivhausstandard orientierte Neubau nur wenig von einer Standardfiliale des Discounters. Doch drinnen fällt ein Unterschied direkt ins Auge: 28 gleichmäßig verteilte Dachkuppeln bringen Tageslicht in den Verkaufsraum. Zusammen mit dem auf niedrigstes Niveau geregelten Kunstlicht reichen sie reichen aus, um in 1,30 Meter Höhe Beleuchtungsstärken bis zu 700 Lux zu erzielen.

Dass Lebensmittelmärkte bisher wenig mit natürlicher Belichtung arbeiten, hat mehrere Gründe: Zwar gibt das Tageslicht Farben am besten wieder und wirkt laut Studien auch verkaufsfördernd, strahlt die Sonne jedoch direkt ein, kann das die Qualität der Ware beeinträchtigen und die Kunden blenden. Außerdem heizt sich der Raum auf. Die Lichtplaner des neuen Marktes haben deshalb im Scheibenzwischenraum der Dreifachverglasung ein verspiegeltes Micro-Sonnenschutzraster integriert. Es lässt nur das diffuse Licht in den Innenraum und ermöglicht trotzdem einen Durchblick zum Himmel. Tageslichteinfall und Wärmelast im Jahresverlauf wurden in der Planungsphase umfassend berechnet bzw. simuliert. Wie das Tageslichtkonzept den visuellen und thermischen Komfort der Kunden und der Mitarbeiter beeinflusst, soll eine Befragung während eines Sommers und eines Winters klären.

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Das über die Oberlichter einfallende Tageslicht sorgt für eine gute Grundhelligkeit und senkt den Kunstlichtbedarf.

Energieeffizienter Aldi nutzt Tageslicht und Erdreichkälte

Für die elektrische Beleuchtung wurden sparsame T5-Leuchtstofflampen mit dimmbaren elektronischen Vorschaltgeräten eingesetzt. Ein Lichtmanagementsystem passt während der Geschäftszeiten die Allgemeinbeleuchtung dem aktuellen Tageslichtangebot an. Davon ausgenommen sind die Richtstrahler über Kassen und Sonderbereichen, wie Kosmetika, Aktionsware, Obst und Gemüse. Das hat allein verkaufsstrategische Gründe. Präsenzmelder und ein Helligkeitssensor regeln die Beleuchtung des Lagers. Vor und nach Ladenöffnung schaltet das Personal die Richtstrahler aus und die Allgemeinbeleuchtung noch etwa eine Stunde auf ein Drittel ihrer nominalen Leistung. Weil diese Regelung erst ab Sommer 2012 durchgängig eingehalten wurde, verbrauchte die Beleuchtung im Jahresdurchschnitt noch geringfügig mehr Strom als errechnet. Für das innovative Tageslicht- und Beleuchtungskonzept erhielten die Planer 2012 den Jurypreis für Energieeffizienz im Rahmen des Deutschen Lichtdesignpreises.

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Weitere Informationen auf: www.enob.info >>

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