Umweltfaktor Autoreifen

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Umweltfaktor Autoreifen: Wie die Reifenwahl zur automobilen Energiewende beiträgt. Rund 36 Milliarden Tonnen des Treibhausgases CO2 wurden im Jahr 2013 weltweit ausgestoßen, wie das britische Tyndall Centre for Climate Change Research im Rahmen seines Global Carbon Projects mitteilt. Damit sind die durch fossile Brennstoffe erzeugten Kohlenstoffdioxid-Emissionen in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 60 Prozent angestiegen. Eine Hauptursache ist hierbei das steigende Verkehrsaufkommen.

So sind allein in Deutschland laut Zulassungsstatistik des KBA aktuell 43,9 Millionen Pkw registriert. 98,4 Prozent dieser Autos fahren noch immer mit Benzin oder Diesel. Doch die Umstellung auf alternative Antriebe ist nicht die einzige Möglichkeit, den weltweiten Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase zu verringern.

Autoreifen beeinflussen die Ökobilanz

Neben der Art des Antriebs haben die Reifen den entscheidenden Einfluss auf die Ökobilanz eines Autos. Denn hier spielen gleich mehrere Aspekte eine wichtige Rolle:

– Gewinnung der Rohstoffe zur Reifenfertigung (Eisen, Erdöl, Erdgas, Kohle)
– Fertigung der Ausgangsmaterialien (Kunststoffgewebe-Verbindungen, Stahlcord, Kautschuk, verschiedene chemische Zusätze)
– Produktion der Reifen im Werk
– Nutzung der Reifen
– Entsorgung der Altreifen

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Autofahrer können sowohl durch die Reifenwahl als auch durch eine umsichtige Fahrzeugnutzung dazu beitragen, dass einerseits die Reifen länger halten und andererseits das Fahrzeug weniger Sprit verbraucht. © iStockphoto.com / mipan

Reifenkauf und Fahrzeugnutzung

Das wichtigste Kriterium für die Umweltverträglichkeit eines Autoreifens ist der Rollwiderstand. Denn dieser ist von Reifenmodell zu Reifenmodell sehr verschieden – und wirkt sich unmittelbar auf den Spritverbrauch, den Abrieb und die Lebensdauer des Reifens aus. Wer als Autofahrer einen Beitrag zur Senkung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen leisten will, sollte sich daher vor einem Reifenkauf genau über die Qualität handelsüblicher Produkte informieren. Wertvolle Informationen hierzu liefern die Ergebnisse aktueller Reifentests und das EU-Reifenlabel. Letzteres kategorisiert alle Reifen am Markt nach den Kriterien Rollwiderstand (Kraftstoffeffizienz), Nasshaftung (Sicherheit) und externes Rollgeräusch.

Auch das Nutzungsverhalten ist entscheidend. So lässt sich durch ein paar einfache Grundregeln die Energiebilanz eines Fahrzeugs wesentlich verbessern. Autofahrer sollten:

– den Reifendruck regelmäßig den Vorgaben in der Betriebsanleitung anpassen,
– die Zündung ohne Treten des Gaspedals betätigen,
– das Auto nicht unnötig warmlaufen lassen,
– niedrigtourig fahren,
– die Nutzung überflüssiger Verbraucher (Sitzheizung, Klimaanlage) auf ein Minimum reduzieren,
– den Windwiderstand (und damit den Spritverbrauch) nicht durch die Mitnahme leerer Dachboxen, Dachträger oder Heckträger vergrößern.

Darüber hinaus sind Carsharing-Angebote, Fahrgemeinschaften oder schlicht die Vermeidung unnötiger kurzer Fahrten effektive Möglichkeiten, das hohe heutige Verkehrsaufkommen zu verringern.

Denn der Klimawandel ist kein Problem kommender Generationen. Schon jetzt verursacht die Erderwärmung (als direktes Resultat der steigenden Treibhausgas-Emissionen) weltweit zahllose Umweltkatastrophen und bedroht in Form von Klimaflüchtlingen in Millionenhöhe den Weltfrieden.

Wer jedoch als Fahrzeugbesitzer darauf achtet, seinen Energieverbrauch zu reduzieren, kann einen kleinen aber effektiven Beitrag auf dem Weg in ein ökologisches und emissionsloses Zeitalter leisten.

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Comments

  1. Ehrlich gesagt, war mir nicht bewusst, dass die Energiebilanz des Autos darunter leidet wenn ich die Zündung ohne das Treten des Gaspedals verbessert.
    Also, dass man das nicht macht ist mir schon bewusst. Ich hab das auch noch bei keinem gesehen bei dem ich je mitgefahren bin.

    Der Tip mit der Klimaanlage ist goldwert und kann ich nur bestätigen. Alles in Allem würde ich sagen, dass die Klima 1,5 Liter auf Kilometer mehr verbraucht. Das find ich schon beachtlich.

    LG

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