Unabhängig von Öl und Gas – so einfach geht’s

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Mit Kachelöfen und Kaminen. Die Energiewende kommt nur langsam in Gang, so ist allenthalben in der Presse zu lesen. Das liegt vornehmlich daran, weil die großen Energieerzeuger gar kein Energiewende wollen. Egal. Dann machen wir uns unsere Energiewende eben selbst. Mit Kachelöfen und Kaminen lässt sich gehörig Energiekosten sparen und CO2 neutral heizen. Wir machen den Test: wie lange kann man mit 50 Euro heizen?


Wie lange kann man mit 50 Euro heizen?

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Hätten Sie’s gewusst? Die günstigste Art zu heizen ist mit gehackter Buche. 50 Euro reichen für 16 Tage. (Quelle: AdK, Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft e.V.)

Ein schöner Kaminofen schafft vollkommene Behaglichkeit, sein Feuer bringt Wärme und Gemütlichkeit in Ihr Heim. Endlich mal vom stressigen Alltag abschalten, die Seele baumeln lassen und das Knistern des lodernden Feuers spüren. Und kräftig Geld sparen.

Geld sparen? Wie unromantisch. Ja, das mag sein ist aber trotzdem wahr. Die effizienteste Art mit traditionellen Heizstoffen zu heizen ist die gehackte Buche. Nur wenige wissen das und ihr Energieversorger, der nach wie vor davon lebt Ihnen möglichst viel Nicht-Erneuerbare-Energie zu verkaufen, wird Ihnen das auch nicht erzählen.

Sie müssen schon selbst darauf kommen (und Energy-Mag lesen), in ein Fachgeschäft gehen und sich einen guten Kaminofen zulegen.

Die Buche: 290% plus gegenüber Heizöl

Während man mit Heizöl und 50 Euro ein durchschnittliches Wohngebäude bei durchschnittlicher Heizperiode gerade einmal fünf einhalb Tage beheizen kann, so sind das bei Gas immerhin 12 Stunden mehr. Die Braunkohle reicht für 10 Tage und die gehackte Buche stellt alles in den Heiz-Schatten. 16 Tage kann man mit ihr heizen, oder 290% länger als mit Heizöl.

Feuer frei mit Holz

Der Beheizung von Wohngebäuden liegt ein genau definierter Zeitabschnitt zugrunde. In Mitteleuropa beginnt die Heizperiode, wenn die Außentemperatur von 15 Grad für einen über fünf Tage gemittelten Zeitraum unterschritten wird, frühestens jedoch am ersten September.

Entsprechend endet die Heizperiode im Frühling, wenn im Fünftagesmittel wieder eine Außentemperatur von 15 Grad erreicht oder überschritten wird. Während der Übergangszeit sitzen Kamin- und Kaminofenbesitzer dennoch nicht im Kalten, sondern machen es sich vor einem prasselnden Feuer gemütlich.

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Dänische Kaminöfen gelten als weltweit führend, vor allem, weil sie die strengen dänischen Umweltauflagen erfüllen müssen.

Umweltschonende Wärmequelle

Wer jetzt an die Anschaffung eines Kaminofens denkt, geht auf Nummer sicher, wenn er sich für ein nachweislich umweltverträgliches Modell entscheidet, die sind nämlich so ausgelegt, dass sie nahezu die gesamte im Holz enthaltene Energie ausnutzen. Was aus dem Schornstein quillt, ist überwiegend Wasserdampf, der die Umwelt – verglichen mit Öl-, Gas- oder Kohlefeuerung – nur unwesentlich belastet.

Eine ganze Reihe von Modellen dürfen sich darüber hinaus mit dem skandinavischen Umweltsiegel schmücken, denn sie erfüllen auch die strikten norwegischen Anforderungen hinsichtlich Gas- und Feinstaubemissionen, die zu den strengsten in Europa zählen. Die größte Gefahr für die Umwelt geht jedoch von falscher Befeuerung aus. Dieser wirken viele Hersteller mit einer serienmäßigen Automatik entgegen, die die optimale Verbrennung regelt. Einmal angezündet, muss sich der Betreiber nur noch darum kümmern, rechtzeitig trockenes Brennholz nachzulegen.

Nicht nur zum heizen gut

Die heute wieder in Mode gekommenen Kaminfeueröfen werden immer öfter als Alternative zu konventionellen Heizsystemen genutzt. So hat der enorme Preisanstieg bei Öl und Gas die Nachfrage nach Festbrennstoffgeräten in den vergangenen Jahren kräftig angekurbelt. Rund elf Millionen Kaminöfen oder Heizkamine sind heute in Deutschland installiert, mit jährlichen Zuwachsraten von 300.000 bis 350.000 Geräten. Wer mit Holz heizt, schont neben der Umwelt auch sein Haushaltsbudget.

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Sparsame Doppelnutzung: Links heizen, rechts backen. Früher wurde die Wärme des Feuers nicht nur zum Heizen verwendet, sondern natürlich auch zum Backen oder zubereiten von Speisen.

Ein moderner Kaminofen der mit einem separaten Backfach und Kochfeld ausgestattet ist, kann die enorme Hitze hierfür sehr gut „doppelt“ nutzen. Erhebliche Stromkosten werden eingespart und das Essen ist ein wahrer Genuss.

Der Fachmann verschafft sich vor Ort ein genaues Bild vom potenziellen Standort des Kachelofens, den baulichen Gegebenheiten und dem vorhandenen Schornsteinzug, bevor er konkrete Vorschläge unterbreitet. Zudem wird er erkunden, mit welchem Brennstoff der Ofen betrieben werden und wie viele Räume er beheizen soll.

Gestalterisch sind der Phantasie praktisch keine Grenzen gesetzt. Üppige, mit Bänken und Nischen versehene Kachelofenlandschaften, die zum zentralen Blickfang oder außergewöhnlicher Raumteiler großzügiger Aufenthaltsbereiche werden, sind ebenso möglich wie zierliche Lösungen für kleinere Wohnräume.

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Comments

  1. Pino Du Lac says:

    Back to the roots? Der Artikel zeigt, dass die Generation unserer Großeltern im Grunde so falsch nicht gelegen haben kann, waren doch Kachelöfen und Holzherde teilweise bis in die frühen 60-iger Jahre weit verbreitet.

  2. Ja, aber da konnte die Öl-Industrie nichts dran verdienen

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