Wachstum durch Klimaschutz

klimaschutz_Energy-Mag

Klimaschutz kann Wirtschaft ankurbeln. Klimaschutz kostet Geld und wechselseitig torpedieren die Groß-Industrie, die USA oder China Abkommen über strengere Klimaschutz-Ziele. Mit dem Ergebnis, das die Menschheit nicht vorankommt. Doch das ist ein Irrtum.

Im Kampf gegen den Klimawandel hat eine hochkarätige Expertengruppe nun zu einer „grünen Revolution“ der Weltwirtschaft aufgerufen. Die weltweite Wirtschaft muss einer Studie zufolge in den kommenden Jahren nicht zulasten des Klimaschutzes wachsen. Die beiden Ziele seien vereinbar und könnten sich sogar ergänzen, sagte der frühere mexikanische Ministerpräsident Felipe Calderon in New York bei der Vorstellung des Papiers zu einer „neuen Klimaökonomie“. Wachstum durch Klimaschutz.


Ein Umschalten auf wenig CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 wird jährlich zwar etwa 208 Mrd. Euro kosten, dies ist unbestritten, dem stehen aber sinkende Brennstoffkosten und Wachstumsimpulse gegenüber.

klimaschutz_Energy-Mag
Die UN-Klimakonferenz ist die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz. Ziel der Klimakonferenzen war bislang, ein Nachfolgeregime für das 2012 ausgelaufene Kyōto-Protokoll zu entwickeln. (Wikipedia >>)

Klimaschutz ist teuer ist ein Missverständnis

„Der Bericht liefert überzeugende Belege dafür, wie der technologische Wandel neue Möglichkeiten schafft, um das Wachstum zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen, Unternehmensgewinne zu erhöhen und die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.“ Die Entscheidungen und Investitionen der kommenden 15 Jahre „werden die Zukunft der Welt festlegen“, so Calderon weiter.

Die Ansicht, Klimaschutz sei zu teuer, gründe auf einem „fundamentalen Missverständnis“ der globalen Wirtschaftsdynamik, schrieben die Experten. So seien die Gesundheitskosten, die durch Luftverschmutzung verursacht würden, derzeit eine gewaltige Bremse. Im Fall Chinas, des weltgrößten CO2-Emittenten, verschlängen sie mehr als zehn Prozent der Wirtschaftsleistung.

Innovationen fördern für Wachstum

Entscheidend für eine Balance aus Wirtschaftskraft und Klimaschutz ist, dass Regierungen und Unternehmen in den kommenden 15 Jahren Innovationen förderten, ihre Ressourcen effizienter einsetzten und in eine bessere Infrastruktur investierten. In diesem Zeitraum werde die globale Wirtschaft sich wesentlich verändern, heißt es in dem Bericht.

Sehen sie das Original-Video zum Bericht „The New Climate-Economy“:

 

Eine Milliarde Menschen mehr in Städten

Unter anderem werden laut den Prognosen der Experten eine Milliarde mehr Menschen in Städten leben. Technologische Veränderungen dürften ihr Leben und Arbeiten weiterhin stark verändern, und rund 70 Billionen Euro müssen in Infrastruktur investiert werden.

Eine Forderung des Berichts ist, die Subventionen für Kohle und andere fossile Brennstoffe abzubauen. Eine weitere Forderung: die Aufforstung von mindestens 500 Millionen Hektar Wald und Ackerland.

Besonders dringend sind höhere Ausgaben für die Infrastruktur von Städten, die Wiederbelebung von derzeit nicht für die Landwirtschaft genutzten Flächen und der Ausbau von erneuerbaren Energien. Wenn all das konsequent umgesetzt würde, könnte es das Weltwirtschaftswachstum bereits in den kommenden fünf bis 15 Jahren deutlich stärken, so der Bericht.

Klimaschutz als Wachstumsmotor

„Klimaschutz ist zum Wachstumsmotor geworden“, brachte die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Berlin den Bericht auf den Punkt. Klimaschutz sei „keine Schrumpfkur, sondern ein wichtiger und produktiver Baustein auf dem Weg in eine wirtschaftlich erfolgreiche und lebenswerte Zukunft“.

 

Klimareport_Energy-Mag
Hier geht es zum Original-Bericht. Download >>

Der in New York vorgestellte Bericht stammt von der Globalen Wirtschafts- und Klimakommission, die ihn seit ihrer Gründung vor rund einem Jahr erarbeitet hat. Die Expertengruppe wird von Mexikos Ex-Regierungschef Calderon und dem britischen Ökonomen Nicholas Stern gemeinsam geleitet. Insgesamt sind 24 Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft daran beteiligt. Mit der umfassenden Studie zu Klima und Wirtschaft wollen die Experten vor dem Gipfeltreffen den Druck auf die Politik erhöhen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: