Warum das Auto keine Zukunft hat

Greenpeace-Studie begründet das Ende des Verbrennungsmotors. Die Studie „Why The Automobile Has No Future“ zeigt: Der weltweite Energieverbrauch des Verkehrs ist von 2000 bis 2015 um 35 Prozent gestiegen und wächst weiter. Fakten statt Mutmaßungen, denn die Studie untersucht die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen der Nutzung privater Autos mit Verbrennungsmotor.


Greenpeace-Aktivisten gegen klimaschädliche PKWs.

Auf der weltgrößten Automesse stellen Hersteller auch in diesem Jahr wieder viele schwere Diesel-Geländewagen und Benziner vor. Inzwischen haben Länder wie China, Indien, Frankreich und Großbritannien angekündigt, künftig auf Elektro-Autos zu setzen. „Die Autoindustrie muss endlich einen ernsthaften Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Andree Böhling. „Der Verkehr muss schon sehr bald ohne Öl auskommen. In diesem Wandel werden nur Hersteller bestehen, die schnell saubere und zukunftsfähige Angebote auf den Markt bringen.“

Sauber, leichter und gemeinsam genutzt.

Die Greenpeace-Aktivisten fordern mit einem Banner „Mit Öl keine Zukunft“ eine Verkehrswende hin zu sauberen, leichteren und gemeinsam genutzten E-Autos. Mit einer zeitgleich veröffentlichten, von Greenpeace in Auftrag gegebenen, Studie untermauert Greenpeace seine Forderungen mit Fakten.


Mit einem schräg im Boden steckenden VW-Auto mit qualmendem Auspuff demonstrieren zehn Greenpeace-Aktivisten vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt gegen die Modellpolitik der Autoindustrie, die Klima und Gesundheit gefährdet.

Warum das Auto keine Zukunft hat.

Die Studie des britischen Verkehrsforschers Robin Hickmann untersucht die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen der Nutzung privater Autos mit Verbrennungsmotor. Die Studie „Why The Automobile Has No Future“ zeigt: Der weltweite Energieverbrauch des Verkehrs ist von 2000 bis 2015 um 35 Prozent gestiegen und wächst weiter. Entsprechend legen auch die Emissionen zu.

Der Verkehr ist damit in vielen Ländern neben der Energieerzeugung die größte Ursache klimaschädlicher Treibhausgase. Auch Deutschland hat es entgegen seiner Klimaziele nicht geschafft, den Ausstoß an Treibhausgasen im Verkehr zu senken. Im vergangenen Jahr lagen die CO2-Emissionen aus dem Verkehr mit 166 Millionen Tonnen sogar über dem Niveau von 1990. Studie: Why the Automobile has no Future.

Deutsche Hersteller sind zu langsam.

Die deutschen Hersteller stellen weit langsamer auf saubere Verkehrsformen um, als es klimapolitisch nötig wäre. Daimler plant bis zum Jahr 2025 den Anteil E-Autos auf 10 bis 25 Prozent der Verkäufe zu steigern. Volkswagen will bis 2025 ein Viertel E-Autos verkaufen. Laut einer Kalkulation des New Climate Institute im Auftrag von Greenpeace muss der Verkehr seine Emissionen jedoch bis zum Jahr 2035 auf Null bringen, damit Deutschland einen fairen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen leistet. Mit dem Abkommen haben sich knapp 200 Länder verpflichtet, den Ausstoß an Treibhausgasen soweit zu senken, dass die Welt vor einem Temperaturanstieg um 1,5 oder sogar 2 Grad bewahrt wird.

Hersteller verteidigen Dieselautos bislang mit ihrem vermeintlichen Klimavorteil. Studien zu durchschnittlichen Verbräuchen zeigen jedoch, dass stärkeren Motoren und schwere Modelle, den Dieselvorteil aufgezehrt haben. Im Jahr 2014 stießen neu zugelassene Benziner im Durchschnitt 126 Gramm CO2 pro Kilometer aus – Diesel im Schnitt 123 Gramm.

 

„Der Diesel ist keine Lösung im Klimaschutz, er ist Teil des Problems“.

Greenpeace

 

Die Automobilwirtschaft steht nicht erst seit dem Dieselskandal vor einem grundlegenden Wandel. Ökologische Notwendigkeiten und technologische Möglichkeiten machen neue Formen der Mobilität erforderlich und möglich.

Warum das Auto keine Zukunft hat. Fünf Gründe und fünf Forderungen.

In ihrer heutigen Form als Verkäuferin von immer schwereren Autos mit immer leistungsstärkeren Benzin- und Dieselmotoren, bei deren Abgasreinigung man es nicht zu genau nimmt, hat die Autoindustrie keine Zukunft. Überleben wird sie nur, wenn sie sehr schnell nachhaltige Angebote macht, die den Ausstieg aus der klimaschädlichen Verbrennung von Öl beschleunigen, den galoppierenden Flächenfraß durch Autobedingte Infrastruktur wie Straßen und Parkplätze stoppen, und die Luftprobleme der Städte lösen helfen.

Die fünf Gründe, warum das Auto keine Zukunft hat im Überblick:

1. Das heutige Auto ist unvereinbar mit globalem Klimaschutz

2. Der ökologische Rucksack von PKW sprengt planetare Grenzen

3. Autoabgase verursachen gravierende Gesundheitsrisiken

4. Straßenverkehr verursacht eine hohe Zahl an Unfalltoten und Schwerverletzten

5. Erste Indizien für eine Abkehr von privat genutzten Pkw sind erkennbar

Zur Zusammenfassung der Studie in Deutsch >>

Aus diesen fünf Gründen leitet Greenpeace fünf starke Forderungen an die künftige Bundesregierung ab:

– Entwicklung einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie mit der eine Verkehrswende umgesetzt wird. Ziel muss es sein, den Anteil von Rad- und öffentlichem Verkehr bis zum Jahr 2035 durch einen beschleunigten Ausbau der Infrastruktur zu verdoppeln und die Zahl der Privatautos bis zum Jahr 2035 gegenüber 2015 mindestens zu halbieren.

– Ein Verbot der Zulassung von PKW mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2025. Nur so lassen sich die Verpflichtungen aus dem Klimaabkommen von Paris einhalten. Ab 2035 muss der Verkehr emissionsfrei sein.

– Einführung einer bundesweiten blauen Plakette, um den Kommunen ein Instrument an die Hand zu geben, schmutzige Diesel aus den Städten zu halten. Dieselfahrzeuge müssen im Rahmen verpflichtender Rückrufe so nachgerüstet werden, dass sie die geltenden Schadstoffgrenzwerte auch im Straßenbetrieb einhalten.

– Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen von 120 km/h und von Tempo 30 in Städten.

– Stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf Bahn und Schiffe. Der Transport von Gütern muss sich bis 2035 größtenteils von der Straße auf die Schiene und Wasserwege verlagern. Der Güterfernverkehr auf der Straße muss dann zu 80 Prozent über Oberleitungen elektrisch angetrieben werden. Gütertransporte ab 500 Kilometer sollten ausschließlich auf Schienen- oder Wasserwegen zurückgelegt werden. Innerstädtischen Lieferverkehr übernehmen E-Transporte.

Studie: „Why The Automobile Has No Future“

Zur Original Studie in Englisch >>

via: Greenpeace Deutschland

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