Was ist ein Pufferspeicher?

Pufferspeicher_Oskar_Energy-Mag

„Jetz‘ stelln wer uns mal janz dumm und fragen uns: Wat is’n Dampfmaschin?“ Einer der berühmtesten Sätze des deutschen Nachkriegskinos aus der Feuerzangen-Boule mit Heinz Rühmann. Wir stellen uns heute ebenfalls ganz dumm und fragen uns und den Experten: „Was ist denn ein Pufferspeicher?“ „Und welche Bedeutung hat er für die Energieeffizienz einer Heizungsanlage?“ Wir fragen Alfons Kruck, Schichtspeicher-Experte und Geschäftsführer sowie Leiter Forschung und Entwicklung der ratiotherm Heizung + Solartechnik GmbH & Co. KG.


Frag‘ den Experten: Warum es sich lohnt, in einen Pufferspeicher zu investieren.

Energy-Mag: Herr Kruck, wie funktioniert eigentlich ein Pufferspeicher und warum hat er so eine große Bedeutung für die Energieeffizienz einer Heizungsanlage?

Alfons Kruck: Prinzipiell hat ein Pufferspeicher die Aufgabe, die Wärme einer zentralen Heizungsanlage kontinuierlich zu speichern und bedarfsgerecht abzugeben. Zu diesem Zweck ist der Pufferspeicher mit Wasser befüllt, welches erwärmt wird, während die Heizung in Betrieb ist und dann bei Bedarf für die Heizung oder Warmwasserbereitung zur Verfügung steht. Dies führt zu einem erheblich wirtschaftlicheren Betrieb der Heizungsanlage, da diese nun nicht ständig im „Stop & Go“-Betrieb zwischen Vollgas und Ruhezustand wechseln muss, sondern fortwährend im optimalen Bereich verbrennen kann. Darüber hinaus ergibt sich dadurch auch ein geringerer Wartungsaufwand und eine längere Lebensdauer für den Heizkessel.

Energy-Mag: Gibt es Heizsysteme, für welche sich ein Pufferspeicher besonders anbietet?

Alfons Kruck: Oft kommen Pufferspeicher in Zentralheizungen zur Anwendung, die mit Festbrennstoff befeuert werden und ihren optimalen Wirkungsgrad unter Volllast entfalten, sich aber nur schwer auf eine geringere Heizleistung regeln lassen, ohne an Effizienz zu verlieren. Das ist etwa bei Scheitholz der Fall. Nachdem das Holz im Kessel vollständig und bei optimalen Feuerungswerten verbrannt ist, kann die Heizungsanlage energiesparend aus dem Puffer gespeist werden.

Auch Pelletheizungen haben unter Volllast den besten Wirkungsgrad. Ihre Leistungsdimensionierung ist so ausgelegt, dass auch bei hohem Warmwasserbedarf ausreichend Energie bereitgestellt wird. Weil der tatsächliche Leistungsbedarf aber fast zu allen Jahreszeiten wesentlich geringer ist, als die Ausgangsleistung, ist gerade in Übergangszeiten wie Herbst oder Frühling ein Intervallbetrieb nötig. Das bedeutet, dass der Puffer die Energie während der Betriebsphase der Heizung einspeichert und sie im Anschluss bedarfsgerecht wieder abgibt. Grundsätzlich ist die Einbindung eines Pufferspeichers aber auch für alle weiteren Heizsysteme wie Öl, Gas oder Wärmepumpe absolut sinnvoll und optimiert auf jeden Fall die Energieeffizienz jeder Heizungsanlage.

Pufferspeicher_Oskar_Energy-Mag
Das patentierte Schichtsystem „Elevator“ des thermohydraulischen Wärmespeichers OSKAR° sorgt dafür, dass der Speicherinhalt durch den Warmwasser-Zulauf nicht verwirbelt, sondern nach unterschiedlichen Temperatur-Niveaus sortiert wird. So kann jederzeit bedarfsgerecht die Heizungs- und Warmwasserversorgung aktiviert werden – mit einem Höchstmaß an Energieeffizienz für jede Heizungsanlage. © ratiotherm

Energy-Mag: Mit welchem Platzbedarf und Installationsaufwand muss man bei der Entscheidung für einen Pufferspeicher am Heizsystem rechnen?

Alfons Kruck: In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus (mit ca. 140 qm) ist in aller Regel ein Pufferspeicher mit 750 bis 1000 Liter Volumen ausreichend. Für die Aufstellung eines solchen Pufferspeichers mit Zubehör ist ein Platzbedarf von ca. 8 – 10 m2 notwendig. Dieser lässt sich mit einer Sackkarre unter verhältnismäßig geringem Aufwand in den Heizraum befördern. Er sollte in unmittelbarer Nähe des Heizkessels aufgestellt werden. Die Installation sowie die erstmalige Inbetriebnahme sollte allerdings von einem Fachmann durchgeführt werden.

Faaker_See_-_Blick_nach_Norden
Vorbild See. Wie in einem ruhenden Gewässer, so muss sich das warme und kalte Wasser sortieren, in einem guten Schichtspeicher. Nur dann ist er effizient.

Energy-Mag: Mit dem Schichtspeicher OSKAR° bietet ratiotherm eine besonders innovative Pufferspeicher-Lösung. Worin bestehen die Vorteile dieser speziellen Schichtspeicher-Technologie gegenüber konventionellen Pufferspeichern?

Alfons Kruck: Ein Schichtspeicher bedient sich eines ebenso einfachen wie einleuchtenden physikalischen Prinzips: In der Natur ordnet sich Wasser von selbst in Temperaturschichten an. Warmes Wasser ist leichter als kaltes und steigt so nach oben. In herkömmlichen Pufferspeichern wird diese Temperaturschichtung jedoch leider schnell wieder zunichte gemacht, wenn zuströmendes Wasser den Inhalt des Speichers verwirbelt. Dadurch wird die Energieeffizienz erheblich vermindert. Der Schichtspeicher OSKAR° verfügt dagegen über einen speziellen Schichteinsatz, der das von der Pumpe bewegte Wasser beruhigt. So kann dieses ohne Verwirbelung eingelagert und entnommen werden. Dabei entstehen unterschiedliche Wärmeschichten, aus denen sich die Heizungs- und Warmwasserversorgung im Haus bedarfsgerecht speisen kann. Das Heizsystem kann im Tagesverlauf kontinuierlich und mit optimaler Effizienz Wärme erzeugen. Auf diese Weise sind Energiekosteneinsparungen im Haushalt von bis zu 15% möglich. Bei weiteren Maßnahmen zur Energieoptimierung, wie z. B. die Installation einer Solarthermie-Anlage, können die Einsparungen auf bis zu 40 – 50% erhöht werden.

Energy-Mag: Vielen Dank Herr Kruck, für das interessante Experten-Gespräch.

Alfons Kruck_Ratiotherm_Energy-Mag
Alfons Kruck ist Schichtspeicher-Experte und Leiter Forschung und Entwicklung der ratiotherm Heizung und Solartechnik GmbH & Co. KG

Lesen Sie zum Thema Schichtspeicher auch unseren Artikel: „Der optimale Schichtspeicher“ >>

Weiteres Informationsmaterial zum Thema „Schichtspeicher“ finden Sie unter: www.oskar-esgibtnureinen.com

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: