Wie Familie Hempel ihren Stromverbrauch halbierte

Waescheleine_Energy-Mag

Familie Hempel ist eine ganz normale 4-köpfige Familie und wohnt irgendwo in Deutschland in einem Einfamilienhaus mit Garten. Familie Hempel verbrauchte einmal rund 4000 kWh Strom pro Jahr. Frau Hempel erschien das zu viel und sie machte sich ans Strom sparen. Konsequent wie es ihre Art ist. Und tatsächlich: es gelang Frau Hempel den Stromverbrauch der ganzen Familie auf unter 2000 kWh/a zu reduzieren. Wie hat Frau Hempel das gemacht?


Stromeinsparung – Stromverbrauch halbiert bei Familie Hempel*

Einsparen von Strom im Haushalt am Beispiel eines real existierenden Haushalts: Familie Hempel senkte ihren Stromverbrauch von 4.000 kWh/a auf unter 2.000 kWh/a. Wir fragen nach: Mit welchen Maßnahmen konnte Familie Hempel den Stromverbrauch um mehr als die Hälfte reduzieren?

Familie Hempel, eine Familie wie Millionen anderer in Deutschland auch

Familie Hempel ist eine Durchschnitts-Familie. Ein Ehepaar mit zwei Kindern wohnt im Einfamilienhaus mit kleinem Garten. An elektrischen Verbrauchern gibt es fast soviel wie sonst auch: Waschmaschine, Gefriertruhe, Kühlschrank, Spülmaschine, Fernseher, drei Stereoanlagen, Computer mit Internet, Faxgerät, Video, Bügeleisen, Kleinwerkzeuge und Lampen. Noch vor Jahren betrug ihr Stromverbrauch 4.000 kWh pro Jahr. Im letzten Jahr nur noch 1.750 kWh. Wie war das möglich?

1. Waschen – 30° sind genug

Meist wäscht Frau Hempel für die ganze Familie. Fast alles wird mit 30 °C statt mit 60/90 °C gewaschen. Wenn die völlig verschwitzten und verstunkenen Wollsocken bei 30 °C sauber werden, warum dann nicht auch das Hemd und die Hose? Also ausprobiert und es hat funktioniert. Weiße Wäsche wurde möglichst nicht mehr gekauft. Eine geblümte Unterhose ist doch viel schöner als die weißen Liebestöter – oder? Die Waschmaschine ist mit einem Vorschaltgerät an die zentrale Warmwasserbereitung angeschlossen.

Eine Solaranlage hat das Haus nicht. Frau Hempel ist stolz darauf, weniger Strom und Gas zu verbrauchen als die Haushalte im Freundes- und Bekanntenkreis mit Solaranlagen.

Waescheleine_Energy-Mag
Seit 100ten von Jahren. Die Wäsche trocknet auch auf der Leine.

2. Wäschetrockner vs. Wäsche trocknen

Frau Hempel hängt die Wäsche zum Trocknen auf die Leine. Das ist auch eine Gymnastikübung und geht sogar im Winter. Bei Regen werden klappbare Metallgestelle genutzt, die schnell unters Dach geräumt werden können. Im Winter wird der ungeheizte Speicher unterm Dach genutzt.

3. Weniger bügeln – gut für alle

Unterwäsche, Pullis, Stofftaschentücher und Handtücher werden nur mit der Hand glattgestrichen. Die Idee wurde einem Hausmädchen aus Italien abgeguckt. Anders als in Deutschland wird dort nicht jedes Taschentuch gebügelt, sondern nur Hemden, Blusen, Hosen.

4. No Standby, absolutly no Standby

Herr Hempel hat vor drei Jahren mit einem Strommessgerät alle Haushaltsgeräte durchgemessen. Dabei stellte sich heraus, dass Stereoanlagen, Bildschirm, Fernseher, Receiver, Faxgerät und Videogerät auch ausgeschaltet einen Stromverbrauch hatten. Daraufhin wurden Steckerleisten mit Schalter angeschafft. Darüber werden jetzt die Geräte gänzlich vom Netz getrennt. In das Stromkabel der Stereoanlagen hat Herr Hempel zur Abschaltung des internen Trafos einen Schnurschalter eingebaut, der nur wenige Pfennige kostete.

Die Stereoanlagen werden über den Schnurschalter geschaltet statt über den Knopf am Gerät. Bei längerem Nichtbenutzen des Computers oder beim Herunterladen von Musik wird der Bildschirm ausgeschaltet (95 W). Das haben sich die beiden Kinder inzwischen auch abgeschaut.

steckerleiste_Energy-Mag
Eine handelsübliche Steckerleiste mit Hauptschalter trennt elektrische Geräte vom Netz und gleichzeitig vom Standby Modus. 115 Euro lassen sich so pro Jahr einsparen, sagt eine Studie des Online-Portals preisvergleich.de >>

Insgesamt frisst der Standby-Betrieb von Elektrogeräten in einem durchschnittlichen Haushalt jedes Jahr über 500 Kilowatt Strom. Das entspricht in einen durchschnittlichen Haushalt etwa 115 Euro jährlich.

5. Selbstverständlich: Austausch aller Glühbirnen durch Energiesparlampen

Energiesparlampen bzw. Kompaktleuchtstofflampen verbrauchen bis zu 80% weniger Strom als gewöhnliche Glühbirnen.

Überschlägig kann man von einer Senkung der Stromkosten für einen privaten Haushalt von rund 180 Euro pro Jahr nach Ersatz herkömmlicher Glühbirnen durch Energiesparlampen ausgehen.

6. Geschirrspülmaschine & Kühlschrank

Die Spülmaschine ist nur an das Warmwasser angeschlossen. Der Kühlschrank läuft auf Stufe 1. Damit erreicht man ca. +6-7 °C und das ist ausreichend. Die Gefriertruhe steht im kühlen Windfang auf der Nordseite des Hauses und kühlt auf -18 °C.

Fazit: Sechs Maßnahmen, die jeder von uns in seinem Haushalt sehr leicht nachmachen kann. Das schont den Geldbeutel der Familie und hilft aber auch unserer Umwelt.

Der Stromverbrauch der bundesdeutschen Haushalte ist gerade so groß wie der von allen AKWs erzeugte Strom. Würden es alle so machen wie Familie Hempel, könnte die Hälfte der AKWs sofort abgeschaltet werden. Legen wir los und machen wir es alle wie Familie Hempel.

* Der Name wurde von der Redaktion geändert, das Beispiel beruht jedoch auf einer wahren Begebenheit. Der echte Namen der Familie ist der Redaktion bekannt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Comments

  1. Christian says:

    Das Anschließen des Geschirrspülers an das Warmwasser kann bei Spülern mit Umluft-Kondensations-Trocknungssystem dazu führen, dass das Geschirr nicht mehr getrocknet wird, weil kein kaltes Wasser mehr zur Verfügung steht.
    Außerdem ist zu bedenken, dass neuere Spüler nur noch sehr wenig Wasser benötigen, wird dieses durch eine sehr lange Leitung aus dem Warmwasserkreislauf gezogen und ist dieser nicht gut isoliert oder es gibt keine Zirkulationsleitung, so zieht der Geschirrspüler dennoch kaltes (oder lauwarmes) Wasser.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: